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Dienstag, 2. September 2014

KZ Mauthausen

Konzentrationslager Mauthausen
 

Öffnungszeiten: Montag - Sonntag 9 - 17:30 Uhr (1. März - 10. Juli)
                            Dienstag - Sonntag 9 - 17:30 (11. Juli - 31. Oktober)
                            Dienstag - Sonntag 9 - 15:45 (November - Ende Februar)

Preise: Eintritt kostenlos. Führungsgebühr: 5 €. ermäßigt: 3 €

Adresse: Erinnerungsstraße 1, A-4310 Mauthausen     
 
Die Marktgemeinde Mauthausen befindet sich 20 Kilometer vor Linz in Oberösterreich und hat rund 4.900 Einwohner.
 
Das Konzentrationslager Mauthausen war das größte Konzentrationslager der Nazis auf dem Gebiet Österreichs. Es bestand vom 8. August 1938 bis zu seiner Auflösung durch Befreiung der Insassen durch US-Truppen am 5. Mai 1945. Heute ist das Gelände eine Gedenkstätte.
 
Die ersten Häftlinge waren 300 österreichische und einzelne deutsche Häftlinge. Sie kamen aus dem KZ Dachau. Am 27. November 1938 traf der erste Zug mit Häftlingen in Mauthausen ein. Bis 1945 wurden nach Mauthausen etwa 200.000 Menschen aus 30 Nationen deportiert. Etwa 3 % der Häftlinge waren Frauen. Das Konzentrationslager war aus nicht bekannten Gründen das einzige Konzentrationslager der Kategorie III. im Deutschen Reich. Die Kategorie III bedeutete "Vernichtung durch Arbeit". Ein Grund hierfür kann die isolierte Lage des Konzentrationslagers an den Steinbrüchen sein. Von den 200.000 Häftlingen starben rund 100.000. Auf Befehl Himmlers entstand im Juni 1942 das erste von zehn Häftlingsbordellen. Viele der zur Prostitution gezwungenen Frauen kamen aus dem Frauenkonzentrationslager Ravensbrück. Zogen sich Frauen eine Geschlechtskrankheit zu, wurden sie für medizinische Versuche zu Verfügung gestellt. Bis 1990 galten die Betroffenen nicht als Opfer und erhielten keine Entschädigung.
 
In der Nacht zum 2. Februar 1945 unternahmen etwa 500 sowjetische Offiziere gemeinsam einen Fluchtversuch aus dem Todesblock 20, fast alle wurden bei der darauf folgenden dreiwöchigen Verfolgungsaktion ermordet. 11 Überlebende wurden von der Bevölkerung bis zum Kriegsende versteckt. Große Bekanntheit erlangte dieses Kriegsverbrechen 1994 durch den Film "Hasenjagd - Vor lauter Feigheit gibt es kein Erbarmen". Erst 2001 wurde in Ried in der Riedmark ein Gedenkstein errichtet.
 
Kurz vor Kriegsende bestelle die SS weitere Verbrennungsöfen. Die Aufstellung konnte durch Häftlinge bis zum Kriegsende verzögert werden. Kurz vor der Befreiung ermordete die SS eine unbekannte Zahl Häftlinge. Im April 1945 begann die SS Akten zu vernichten, die auf ihre Verbrechen im Lager hinwiesen. Darunter fiel auch das Abmontieren der Gaskammer, die 1941 errichtet wurde. Danach floh die SS und die Häftlinge wurden von österreichischen Truppen bewacht. Am 5. Mai 1945 wurde das Lager durch die US Armee befreit. Das KZ Mauthausen sowie Gusen waren damit die letzten, die befreit wurden.
 
Der Umgang mit dem Gelände gestaltete sich zunächst schwierig. Der österreichische Staat wollte kurz nach Kriegsende das Gelände komplett abreißen, und das ganze "verschweigen". Österreich wurde aber von den Siegermächten verpflichtet eine Mahn- und Gedenkstätte zu errichten. Viele Nationen und Opfergruppen haben auf dem Gelände für ihre Opfer Denkmäler und Gedenktafeln geschaffen. Seit 2003 befindet sich neben dem Gelände ein neu errichtetes Besucherzentrum. In einem Gebäude ist ein Museum eingerichtet, hier kann man die Gaskammer und Verbrennungsöfen besichtigen. Dazu fällt mir nur ein Wort ein: Abartig! Die Leitung der Gedenkstätte berichtete uns das sie fast täglich Hakenkreuze überstreichen und alle paar Monate "größere Schmierereien" beseitigen müssen. Dummheit stirbt leider nie aus. Wir haben an einer Führung teilgenommen, die sehr zu empfehlen war. Ich werde auf die obligatorische Bewertung in diesem Fall komplett verzichten, die hier alles andere als angebracht wäre. Ich empfehle aber allen, sich einmal mit diesem Thema auseinanderzusetzen und dabei eben auch ein Konzentrationslager zu besichtigen. Bei der Atmosphäre dort bekommt man Gänsehaut..
 
Ich fasse hier jetzt noch die Grausamkeiten der SS zusammen, die nur auf das Konzentrationslager Mauthausen passen. Wer ein sehr sanftes Gemüt hat, hört hier lieber zu lesen auf.
 
Todesstiege
Zu den besonders schweren Grausamkeiten gehörte die Todesstiege. Eine Steintreppe die den Steinbruch mit dem KZ verband. Die Häftlinge schleppten mehrmals täglich Granitblöcke über die insgesamt 186 Stufen der Treppe 31 Meter nach oben. Die Todesstiege war der Ort zahlreicher Unfälle und Morden an Häftlingen. "Die SS vergnügte sich unter anderem damit, die letzten Reihen einer abwärts gehenden Kolonne durch Fußtritte und Kolbenhiebe zum Ausgleiten zu bringen, sodass sie im Sturze, ihre Vordermänner mitreißend, in einem wüsten Haufen die Stufen hinunterkollerten. Am Ende eines Arbeitstages, wenn der Aufmarsch ins Lager mit einem Stein auf der Schulter begann, trieben die den Abschluss bildenden SS-Leute Nachzügler mit Schlägen und Tritten an. Wer nicht mitkonnte, endete auf dieser Todesstiege.“ - Inschrift an der Todesstiege.
 
Fallschirmspringerwand
Der Weg zur Todesstiege führt an einer 50 Meter hohen, fast senkrechten Felswand vorbei. Diese wurde von der SS missbraucht um Häftlinge hinabzustoßen. Die Häftlinge wurden entweder durch den Aufprall zerschmettert, oder sie ertranken im Regenwasserteich. „Juden in Mauthausen wurden selten erschossen. Für sie war die Felswand bestimmt. An einem einzigen Tag, am 31. März 1943, wurden vor den Augen Himmlers 1.000 holländische Juden aus einer Höhe von über 50 Metern hinuntergeworfen. Die SS nannte sie ‚Fallschirmspringer‘. Das braune Volk amüsierte sich!“ - Simon Wiesenthal.

Ein fader Beigeschmack bleibt übrigens, dass das Konzentrationslager nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist.
 


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