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Montag, 29. September 2014

Hardangervidda Natursenter - Norwegen

Norwegen – Hardangervidda Natursenter in Øvre Eidfjord

Kontakt:
Hardangervidda Natursenter
5784 Øvre Eidfjord
an der Straße RV7 (Oslo – Hardanger – Bergen)
Tel.: +47 53674000
post@hardangervidda.org

Öffnungszeiten:
April – Oktober: 10.00-18.00 Uhr
15.Juni – 20. August (Hauptsaison): 9.00-20.00 Uhr
 
Eintrittspreise:
Erwachsene: 120 NOK (ca. 15€)
Kinder (3-15 Jahre): 60NOK (ca. 7€)
Familie (2 Erwachsene + Kinder): 280 NOK (ca. 34€)
Gruppen nach Vereinbarung



Die Hardangervidda ist Nordeuropas größtes Hochgebirgsplateau. Eingerahmt von den nationalen Straßen 7 (im Norden) und E134 (im Süden) erstreckt es sich vom Osten des Hordalandes bis in den Nordwesten der Telemark. Es repräsentiert den südlichsten Lebensraum für arktische Pflanzen und Tiere wie Polarfuchs und Schneehase oder gar Rentieren. Hier lebt die südlichste und größte Herde freier Rentiere in Europa. Im Frühjahr, Sommer und Herbst kann man hier eine einzigartige Artenvielfalt von Pflanzen, Beeren und Tieren erkunden.
In dem modern ausgestatteten Naturcenter wird den Besuchern dieser Lebensraum mit einer Ausstellung auf drei Etagen näher gebracht. Dabei wird auf alles eingegangen, was mit der Vidda zu tun hat. Sei es die Entstehung durch die Eiszeit, das Zusammenspiel von Flora und Fauna oder die Nutzung durch den Menschen. Erkundet wird die Ausstellung mit allen Sinnen (außer Schmecken) was dazu führt, dass der Rundgang abwechslungsreich bleibt.
Informationstafeln und interaktive Bildschirmpräsentationen in drei Sprachen (Norwegisch, Englisch und Deutsch) erzählen über einzelne Regionen, Tiere oder auch mögliche Aktivitäten im Sommer wie Winter. Daneben gibt es noch Modelle von Tieren oder der Umgebung, z.B. kann man über eine Hängebrücke auf ein kleines Plateau gehen in dem die Vidda nachgebaut ist, so dass man einen Aufblick auf die Landschaft hat. Im Erdgeschoss der Ausstellung ist auch noch ein Modell der nationalen Tourismussstraße (RV7) inklusive Vøringsfossen (Norwegens bekanntester Wasserfall) zu bewundern. Der obere Teil des Naturcenters beschäftigt sich hauptsächlich mit der Tierwelt, welche mit sehr gelungenen Präparaten nachgestellt wurde. Diese setzen die Tiere so in Szene wie sie sich auch in freier Wildbahn verhalten. Obendrein bekommt man noch akustisch ein Gefühl von der Rauheit der Natur vor allem im Winter.
 









 
Highlight der Ausstellung ist ein 20minütiger Film, der den Zuschauer auf eine Rundreise durch den Nationalpark mitnimmt. Gedreht wurde der Film größtenteils aus einem Hubschrauber und fünf verschiedene Kameraperspektiven vermitteln den Eindruck selbst im Hubschrauber zu sitzen.

Das Naturcenter hat sich zum Ziel gesetzt die Ausstellung spannend, lehrreich und unterhaltsam zu gestalten – und dies ist ohne Abstriche gelungen. Der Eintrittspreis mag zunächst recht hoch anmuten, jedoch muss man berücksichtigen, dass Norwegen generell teuer ist und in dieser Relation geht der Preis auch wieder in Ordnung, insbesondere für das was man geboten bekommt. Einziger Kritikpunkt ist die mit 15 Jahren doch recht niedrige Altersbegrenzung für Kinder und dass es scheinbar auch sonst keine anderen Gründe (Schüler, Studenten etc.) für Ermäßigung gibt. Dafür kann man mit der Familienkarte richtig sparen.

Ausgangswert 10 Punkte
- 0,5 Punkt Abzug für kaum vorhandenen Preisnachlass
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9,5 Punkte

Die Ausstellung weckt die Lust den Nationalpark zu erkunden und wer die Zeit dafür hat, sollte dies auch unbedingt tun. Informationen und Tipps über Wanderrouten bekommt man ausführlich beim Personal des Naturcenters (auch dann, wenn man die Ausstellung nicht besuchen möchte). Bei Wanderungen ist allerdings zu berücksichtigen, dass festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung notwendig sind. Auf dem Plateau ist es recht kühl und es kann auch im Sommer Schnee geben! Bei mehrtägigen Touren unbedingt eine detaillierte Wanderkarte zulegen (kann vor Ort erworben werden). Auf dem Weg hoch zum Plateau lohnt es sich außerdem beim Vøringsfossen einen Stopp einzulegen. Wegbeschreibung bekommt man ebenfalls beim Personal. 


Impression von der Hardangervidda 
Vøringsfossen

Donnerstag, 25. September 2014

Wachsmuseum - Krumau

Das Wachsmuseum in Krumau
 
 
 
Öffnungszeiten: Täglich 9 - 20 Uhr
 
Preise: Erwachsene 90 Kronen (ca. 4 €)
ermäßigt 50 Kronen (ca. 2 €)
 
Adresse: Kajovska Nr. 60
                381 01 Český Krumlov - Tschechien
 
Auf rund 600 Quadratmeter Fläche kann man in die Geschichte von Tschechien eintauchen - in den Kellerräumen kann man die Kunst der mittelalterlichen Handwerke bestaunen, die Atmosphäre der Alchemistenküche und der alten Kneipe aufsaugen, die Höfe und böhmischen Könige und Kaiser (z.B. Karl IV, Rudolf II. und Franz Josef) besuchen. Man trifft viele Tschechische Persönlichkeiten, Politiker und Sportler. Aber es gibt auch einen Raum der mit Internationalen Promis gefüllt ist, die aber irgendeine Verbindung zu Tschechien aufweisen. Sehr interessant!

Ausgangswert 10 Punkte
- 0 Punkte Abzug / keine Kritik
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10 Punkte
 
 

Montag, 22. September 2014

Dom - St. Pölten

Der Dom in St. Pölten

Bildquelle: Wikipedia

St. Pölten ist die Landeshauptstadt von Niederösterreich und hat ca. 52.000 Einwohner.  Im Zweiten Weltkrieg wurden rund 39 % von St. Pölten zerstört oder schwer beschädigt.

Das heutige Bild des Domes entstand im 17. Jahrhundert. Nach einem Brand wurde das heutige Bistumsgebäude im Frühbarock gestaltet. Den letzten Höhepunkt in der Baugeschichte erlebte der Dom unter Johann Michel Führer. Er war vom hochbarock begeistert und baute den Dom teilweise um. Allerdings konnten nur wenige seiner Pläne verwirklicht werden. Er übernahm sich finanziell und führte das Stift in den bankrott. 1784 wurde das Stift aufgelöst.

„So wenig sich der Beschauer nach der Außenseite dieses Domes verspricht, so überraschend ist der Eintritt in denselben, da ihm von allen Seiten Gegenstände entgegen treten, die eine besondere Aufmerksamkeit verdienen, aber wohl auch zugleich den Wunsch erregen, daß mehr Licht diese Meisterstücke erhellen möchte, das etwas sparsam den Gottestempel erhellet.“
Darstellung des Erzherzogthums Oesterreich unter der Ens, 1835

Samstag, 20. September 2014

Museum der Tortur - Krumau

Museum der Tortur und Folteranlagen in Krumau
 
 
Öffnungszeiten: Täglich 9 - 20 Uhr
 

Preise: Erwachsene 100 Kronen (ca. 4 €)

Adresse: nám. Svornosti 1
                38101 Český Krumlov (Tschechien)
 
 
Das Museum der Tortur und Folteranlagen befindet sich im Keller eines historischen Hauses. Auf 400 Quadratmeter sind rund 100 Folterinstrumente ausgestellt. Die Ausstellung wird durch tolle Effekte begleitet. So wird eine Hexenverbrennung mit einer Wachsfigur dargestellt, eine andere Wachsfigur wird durch ein Schwert geköpft sobald man einen Raum betritt. Tolle Gruseleffekte! Man fühlt sich wirklich in die Zeit des dunklen Mittelalters versetzt. So Authentisch das hier Teile des Horrorfilms Hostel gedreht wurden.
 
Ausgangswert 10 Punkte
- 0 Punkte Abzug / keine Kritik
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10 Punkte
 
Absolut Sehenswert!

Dienstag, 16. September 2014

Altstadt - Krumau (Kulturtipp)

Die Altstadt von Krumau (Tschechisch: Cesky Krumlov)
 
 
Krumau ist eine kleine Stadt an der Moldau in Tschechien. Sie hat rund 13.300 Einwohner und gilt als die Perle des Böhmerwaldes. 1992 wurde die historische Innenstadt Weltkulturerbe. Überragt wird Krumau von gleichnamigen Schloss. Es ist die zweitgrößte Burganlage in Tschechien (nach der Prager Burg).
 
Wegen der Randlage innerhalb von Tschechien und der geringen Industrialisierung gab es in der Nachkriegszeit keine Protzbauten in der Altstadt. Im Zweiten Weltkrieg gab es in Krumau keinerlei Kämpfe. Die Altstadt ist definitiv beeindruckend!
 
 

Sonntag, 14. September 2014

Felsenlabyrinth - Luisenburg

Felsenlabyrinth Luisenburg







 
Kontakt: Tourist-Information Wunsiedel
                 Jean-Paul-Str. 5
                 95632 Wunsiedel


Öffnungszeiten:
Ende März bis Ende Oktober täglich von Montag bis Sonntag von 8.30 bis 18 Uhr
in der Festspielzeit (Juni - August) bis 19:00 Uhr geöffnet

Eintrittspreise:

Familienkarte 9,00 €
Erwachsene 4,00 €
Jugendliche/Kinder 1,50 €
Kinder bis 6 Jahre kostenlos

Der bürgerliche Landschaftsgarten ist Europas größtes Felsenlabyrinth und bietet ein einzigartiges Naturschauspiel mitten im Fichtelgebirge. Massive Felsbrocken sind eingebettet zwischen Höhlen und Schluchten. Kein geringerer als Johann Wolfgang von Goethe war der erste der sich von dieser Naturkulisse faszinieren ließ. Sein reges Interesse an Meteorologie, Botanik- und Landschaftsgeologie führte ihn zu Studienzwecken ins Fichtelgebirge. Heute zieht es über 100.000 Besucher jährlich ins Felsenlabyrinth. Ein Rundweg führt zwischen den Felsen entlang, durch schmale Spalten und über Stock und Stein. Bis zum Gipfelkreuz legt man 100 Höhenmeter zurück und von dort bietet sich ein herrlicher Ausblick über das Fichtelgebirge. Neben den Landschaftsgarten bietet eine Naturbühne ein zusätzliches Highlight. Zahlreiche Theater- und Musikaufführungen werden vor der Kulisse des Felsenlabyrinths zu den Luisenburgfestspielen aufgeführt.



Hinweis: Der Weg durch das Felsenlabyrinth führt über Steine, Wurzeln, steile Treppen und zum Teil durch sehr schmale und niedrige Felsspalten. Um den Rundgang genießen zu können, ist es empfehlenswert gut zu Fuß zu sein und festes Schuhwerk zu tragen.

Donnerstag, 11. September 2014

Meeresaquarium - Zella-Mehlis

Das Meeresaquarium in Zella-Mehlis
 
 
 
Öffnungszeiten: täglich 10 - 18 Uhr
 
Preise: Erwachsene 11 €
            ermäßigt 9 €
 
Fotogenehmigung: 1 €

Adresse: Beethovenstraße 16, 98544 Zella-Mehlis

Zella-Mehlis ist 1919 aus der Zusammenlegung von Zella St. Blasil und Mehlis entstanden. Zella-Mehlis hat rund 10.700 Einwohner und liegt in Thüringen.
 
Das Meeresaquarium eröffnete 2002 in der Beethovenstraße. Groß, schön eingerichtet und besucherfreundlich präsentiert sich das Aquarium. Man findet in einem gut gestalteten Rundgang 60 Aquarien, wobei das absolute Highlight das 1 Millionen Liter Becken mit verschiedenen Haien ist. Auch ein separates Krokodilhaus findet man auf 7.150 Quadratmeter Fläche. Im mitteldeutschen Raum ist das ein einmaliges und einzigartiges Erlebnis. Die Aquarien sind in verschiedene Gebiete aufgeteilt. Die Aquarien finde ich vom Platz her ausreichend groß. Der Eintritt ist absolut gerechtfertigt, man muss bedenken das Aquarium ist in privater Hand und Arbeitet ohne Förderung. Manche Informationsschilder hätten besser beleuchtet sein können. Insgesamt war es etwas zu dunkel. Die Fotogenehmigung könnte man komplett weglassen.
 
Ausgangswert 10 Punkte
- 0,5 Punkte für die schlecht beleuchteten Informationsschilder
- 1 Punkt für die Fotogenehmigung
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8,5 Punkte
 
 
 
 

Sonntag, 7. September 2014

Domschatz und Diözesanmuseum - Passau

Das Domschatz und Diözesanmuseum in Passau
 
 
Öffnungszeiten: 2. Mai - 31. Oktober. An Werktagen von 10 - 16 Uhr

Preise: Erwachsene 2 €
             ermäßigt 1 €

Adresse: Residenzplatz 8, 94032 Passau, Deutschland
 
Das Diözesanmuseum in Passau zeigt (wenn es mal geöffnet hat) rund 70 Exponate die etwas mit dem Bistum Passau zutun haben. Das hört sich nicht nur nach wenig an, es ist wenig. Nachdem man im 1. Stock einen Raum mit Skulpturen sehen kann, fährt man mit einem Aufzug in das Erdgeschoss und kommt in der ehemaligen fürstbischöfliche Bibliothek raus. Hier kann man immerhin frisch restaurierte Fresken bestaunen. Viel besser macht es den Gesamteindruck aber auch nicht. Das absolute Highlight folgt beim Verlassen des Museums: das Rokoko-Treppenhaus von der neuen Residenz.
 
Tipp: Wer das Treppenhaus sehen möchte, benutzt einfach den Hintereingang der Residenz. Auf diesem Weg muss man sich das Museum nicht antun. Fotografieren ist verboten. Die Gesamtdauer des Museumsbesuches würde ich auf 15 Minuten beziffern. Absolut nicht empfehlenswert! 2 Punkte für die schöne alte Bibliothek.
 
Ausgangswert 10 Punkte
- 3 Punkte für die Öffnungszeiten
- 3 Punkte für die Ausstellung
- 1 Punkt für das Fotografierverbot
- 1 Punkt für den Eintrittspreis
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2 Punkte

Freitag, 5. September 2014

Drei-Flüsse-Eck - Passau

Das Drei-Flüsse-Eck in Passau
 
Bildquelle: Steffen Schwarz
 
Das sogenannte Drei-Flüsse-Eck ist eine Halbinsel zwischen Donau und Inn, auf der sich die historische Altstadt von Passau befindet. Es ist die weltweit einzige Stelle, wo sich drei Flüsse aus drei verschiedenen Himmelsrichtungen sich vereinen und in die vierte weiterfließen. (Norden: die Ilz, Westen: die Donau, Süden: der Inn) Der Donaustrom fließt dann gegen Osten weiter. Besonders sind die verschiedenen Farben der Flüsse. (Inn: Grün / Ilz: Schwarz / Donau: Blau) Dominierend ist dabei das Grün des Inns. 

Dienstag, 2. September 2014

KZ Mauthausen

Konzentrationslager Mauthausen
 

Öffnungszeiten: Montag - Sonntag 9 - 17:30 Uhr (1. März - 10. Juli)
                            Dienstag - Sonntag 9 - 17:30 (11. Juli - 31. Oktober)
                            Dienstag - Sonntag 9 - 15:45 (November - Ende Februar)

Preise: Eintritt kostenlos. Führungsgebühr: 5 €. ermäßigt: 3 €

Adresse: Erinnerungsstraße 1, A-4310 Mauthausen     
 
Die Marktgemeinde Mauthausen befindet sich 20 Kilometer vor Linz in Oberösterreich und hat rund 4.900 Einwohner.
 
Das Konzentrationslager Mauthausen war das größte Konzentrationslager der Nazis auf dem Gebiet Österreichs. Es bestand vom 8. August 1938 bis zu seiner Auflösung durch Befreiung der Insassen durch US-Truppen am 5. Mai 1945. Heute ist das Gelände eine Gedenkstätte.
 
Die ersten Häftlinge waren 300 österreichische und einzelne deutsche Häftlinge. Sie kamen aus dem KZ Dachau. Am 27. November 1938 traf der erste Zug mit Häftlingen in Mauthausen ein. Bis 1945 wurden nach Mauthausen etwa 200.000 Menschen aus 30 Nationen deportiert. Etwa 3 % der Häftlinge waren Frauen. Das Konzentrationslager war aus nicht bekannten Gründen das einzige Konzentrationslager der Kategorie III. im Deutschen Reich. Die Kategorie III bedeutete "Vernichtung durch Arbeit". Ein Grund hierfür kann die isolierte Lage des Konzentrationslagers an den Steinbrüchen sein. Von den 200.000 Häftlingen starben rund 100.000. Auf Befehl Himmlers entstand im Juni 1942 das erste von zehn Häftlingsbordellen. Viele der zur Prostitution gezwungenen Frauen kamen aus dem Frauenkonzentrationslager Ravensbrück. Zogen sich Frauen eine Geschlechtskrankheit zu, wurden sie für medizinische Versuche zu Verfügung gestellt. Bis 1990 galten die Betroffenen nicht als Opfer und erhielten keine Entschädigung.
 
In der Nacht zum 2. Februar 1945 unternahmen etwa 500 sowjetische Offiziere gemeinsam einen Fluchtversuch aus dem Todesblock 20, fast alle wurden bei der darauf folgenden dreiwöchigen Verfolgungsaktion ermordet. 11 Überlebende wurden von der Bevölkerung bis zum Kriegsende versteckt. Große Bekanntheit erlangte dieses Kriegsverbrechen 1994 durch den Film "Hasenjagd - Vor lauter Feigheit gibt es kein Erbarmen". Erst 2001 wurde in Ried in der Riedmark ein Gedenkstein errichtet.
 
Kurz vor Kriegsende bestelle die SS weitere Verbrennungsöfen. Die Aufstellung konnte durch Häftlinge bis zum Kriegsende verzögert werden. Kurz vor der Befreiung ermordete die SS eine unbekannte Zahl Häftlinge. Im April 1945 begann die SS Akten zu vernichten, die auf ihre Verbrechen im Lager hinwiesen. Darunter fiel auch das Abmontieren der Gaskammer, die 1941 errichtet wurde. Danach floh die SS und die Häftlinge wurden von österreichischen Truppen bewacht. Am 5. Mai 1945 wurde das Lager durch die US Armee befreit. Das KZ Mauthausen sowie Gusen waren damit die letzten, die befreit wurden.
 
Der Umgang mit dem Gelände gestaltete sich zunächst schwierig. Der österreichische Staat wollte kurz nach Kriegsende das Gelände komplett abreißen, und das ganze "verschweigen". Österreich wurde aber von den Siegermächten verpflichtet eine Mahn- und Gedenkstätte zu errichten. Viele Nationen und Opfergruppen haben auf dem Gelände für ihre Opfer Denkmäler und Gedenktafeln geschaffen. Seit 2003 befindet sich neben dem Gelände ein neu errichtetes Besucherzentrum. In einem Gebäude ist ein Museum eingerichtet, hier kann man die Gaskammer und Verbrennungsöfen besichtigen. Dazu fällt mir nur ein Wort ein: Abartig! Die Leitung der Gedenkstätte berichtete uns das sie fast täglich Hakenkreuze überstreichen und alle paar Monate "größere Schmierereien" beseitigen müssen. Dummheit stirbt leider nie aus. Wir haben an einer Führung teilgenommen, die sehr zu empfehlen war. Ich werde auf die obligatorische Bewertung in diesem Fall komplett verzichten, die hier alles andere als angebracht wäre. Ich empfehle aber allen, sich einmal mit diesem Thema auseinanderzusetzen und dabei eben auch ein Konzentrationslager zu besichtigen. Bei der Atmosphäre dort bekommt man Gänsehaut..
 
Ich fasse hier jetzt noch die Grausamkeiten der SS zusammen, die nur auf das Konzentrationslager Mauthausen passen. Wer ein sehr sanftes Gemüt hat, hört hier lieber zu lesen auf.
 
Todesstiege
Zu den besonders schweren Grausamkeiten gehörte die Todesstiege. Eine Steintreppe die den Steinbruch mit dem KZ verband. Die Häftlinge schleppten mehrmals täglich Granitblöcke über die insgesamt 186 Stufen der Treppe 31 Meter nach oben. Die Todesstiege war der Ort zahlreicher Unfälle und Morden an Häftlingen. "Die SS vergnügte sich unter anderem damit, die letzten Reihen einer abwärts gehenden Kolonne durch Fußtritte und Kolbenhiebe zum Ausgleiten zu bringen, sodass sie im Sturze, ihre Vordermänner mitreißend, in einem wüsten Haufen die Stufen hinunterkollerten. Am Ende eines Arbeitstages, wenn der Aufmarsch ins Lager mit einem Stein auf der Schulter begann, trieben die den Abschluss bildenden SS-Leute Nachzügler mit Schlägen und Tritten an. Wer nicht mitkonnte, endete auf dieser Todesstiege.“ - Inschrift an der Todesstiege.
 
Fallschirmspringerwand
Der Weg zur Todesstiege führt an einer 50 Meter hohen, fast senkrechten Felswand vorbei. Diese wurde von der SS missbraucht um Häftlinge hinabzustoßen. Die Häftlinge wurden entweder durch den Aufprall zerschmettert, oder sie ertranken im Regenwasserteich. „Juden in Mauthausen wurden selten erschossen. Für sie war die Felswand bestimmt. An einem einzigen Tag, am 31. März 1943, wurden vor den Augen Himmlers 1.000 holländische Juden aus einer Höhe von über 50 Metern hinuntergeworfen. Die SS nannte sie ‚Fallschirmspringer‘. Das braune Volk amüsierte sich!“ - Simon Wiesenthal.

Ein fader Beigeschmack bleibt übrigens, dass das Konzentrationslager nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist.