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Dienstag, 10. Juni 2014

Jüdisches Museum - Prag

Das Jüdische Museum in Prag
 
 
 
Öffnungszeiten: Sommerzeit: 9 - 18 Uhr. Außer an Samstagen und jüdischen Feiertagen
                            Winterzeit: 9 - 16:30 Uhr. Außer an Samstagen und jüdischen Feiertagen
 
Preise: Erwachsene 300 Kronen (ca. 12 €)
            ermäßigt 200 Kronen (ca. 8 €)

Adresse: Pinkas-Synagoge
                110 000 Prag
 
Das Jüdische Museum in Prag enthält eine sehr umfangreiche Sammlung synagogaler Gegenstände jüdischer Gemeinden aus Böhmen und Mähren. Eine Besonderheit des Museum ist, dass es auch während dem 2. Weltkriegs durchgehend als "Museum einer untergegangenen Rasse" geöffnet war. Insgesamt wurden vier Ausstellungen organisiert, die fünfte Ausstellung konnte nicht mehr ausgerichtet werden, weil zu viele jüdische Mitarbeiter inhaftiert oder bereits deportiert waren. 1950 wurde das Museum der Stadt Prag angeboten. Eine private Weiterführung war aufgrund der Überalterung der Gläubigen sowie der geringen Mitgliederzahl der jüdischen Gemeinde gar nicht mehr möglich. Mit dem Eintrittsticket unternimmt man einen Rundgang durch das jüdische Viertel in 6. Stationen.
 
1. Maiselsynagoge
 
Erbaut wurde die Maiselsynagoge von 1590 - 1592. Sie ist aktuell wegen Renovierungsarbeiten leider geschlossen.
 
2. Spanische Synagoge
 
Die Spanische Synagoge wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut. Die Synagoge ist mit reichem ornamentalem Schmuck im maurischen Stil ausgestattet. Wegen diesem Baustil wird sie Spanische Synagoge genannt. 1960 - 1982 zeigte die Stadt Prag hier eine Ausstellung über synagogale Textilien. 1994 gelangte die Synagoge wieder in den Privatbesitz der jüdischen Gemeinde. Seit 1998 ist nun eine Ausstellung über die neuere Jüdische Geschichte in Böhmen und Mähren zu sehen. Außerdem gibt es einen Raum mit Silberschätzen der jüdischen Gemeinde.
 
3. Pinkassynagoge
 
Die Pinkassynagoge wurde von 1607 bis 1625 errichtet. 1954 - 1959 wurde die Synagoge in eine Gedenkstätte für den Holocaust umgewandelt. An den Wänden wurden alphabetisch geordnet die Namen von 78.000 Opfer geschrieben. Sehr beeindruckend!
 
4. Alter jüdischer Friedhof
 
Der alte jüdische Friedhof ist eine der bekanntesten jüdischen Friedhöfe in ganz Europa. Er geht auf die erste Hälfte des 15. Jahrhunderts zurück. Trotz seiner relativ kleinen Fläche von nur einem Hektar enthält er über 12.000 Grabsteine und vermutlich die Gebeine von über 100.000 Menschen. Der Friedhof entspricht bis heute seinen mittelalterlichen Ausmaßen. Aus Platzmangel begrub man die Verstorbenen in zwölf Schichten.
 
5. Klausensynagoge
 
Die Klausensynagoge wurde 1694 fertiggestellt. Es handelt sich um die größte Synagoge in Prag. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Innenausstattung der Synagoge zerstört. Seit 1997 wird eine Ausstellung über jüdische Festtage und Traditionen gezeigt.
 
6. Zeremonienhalle
 
Die Zeremonienhalle wurde von 1911 bis 1912 im Stil der Neromanik erbaut. Im Erd- und Obergeschoss ist die Ausstellung "Jüdische Traditionen und Bräuche II" untergebracht. Thema ist unter anderem Krankheiten, Medizin und Tod im jüdischen Ghetto.

Fotografieren ist mit Ausnahme für den jüdischen Friedhof leider verboten. Auch finden wir das die Öffnungszeiten einen Abzug verdient haben (Feiertage + Samstag geschlossen). Ein weiterer Kritikpunkt ist die Übersetzungen der tschechischen Informationstafeln. Teilweise in Englisch, teilweise in Deutsch. Eins haben aber beide Übersetzungen gemeinsam. Es wimmelt nur so von Fehlern. Dies sollte in einem großen Landesmuseum nun wirklich nicht passieren. Ansonsten ist das Jüdische Museum sehr interessant, vor allen, wenn man über den jüdischen Glauben noch nicht allzu viel weiß.
 
Ausgangswert 10 Punkte
- 1 Punkt für das Fotografierverbot
- 1 Punkt für die Öffnungszeiten
- 0,5 Punkte für die Übersetzungen
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7,5 Punkte
 
Das Jüdische Museum ist definitiv einen Besuch wert.
 
 
 


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