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Montag, 30. Juni 2014

Haus am Strom - Jochenstein


Haus am Strom am Jochenstein
 

Öffnungszeiten:
06.01. – 23.03.2014        Do, Fr, Sa, So von 10:00 – 17:00 Uhr
24.03. – 30.04.2014        täglich außer Montag 10:00 – 17:00 Uhr
01.05. – 14.09.2014        täglich von 9:00 - 18:00
15.09. – 06.01.2015        täglich außer Montag 10:00 – 17:00 Uhr

Preise: Erwachsene 4€
             Kinder 2,50€

Adresse: Am Kraftwerk 4
                94107 Untergriesbach


Das Haus am Strom bezeichnet eine Erlebnisausstellung direkt an der Donau – und thematisiert das Leben und den Lauf genau dieser. Es befindet sich in unmittelbarer nähe des  Kraftwerk Jochenstein.
Architektonisch erinnert das Gebäude an eine Welle und stellt allein dadurch schon einen Bezug zum Wasser her. Zudem ist das Haus am Strom eine anerkannte Umweltstation, da es einen Bildungsauftrag zum Thema Umwelt und Nachhaltigkeit erfüllt.
 
Die Erlebnisausstellung beinhaltet verschiedene Themen und Aspekte zum Thema „Leben in der Donau“. Sie verteilt sich auf 5 Räume – was zunächst relativ klein und kompakt aussieht, entpuppt sich als ausführliche und informative Ausstellung. So sieht man beispielsweise im ersten Raum eine Smaragdeidechse sowie eine Äskulapnatter und man erfährt alles wissenswerte über noch viele andere Lebewesen, die in oder an der Donau beheimatet sind. Der nächste Raum wartet mit allerhand interaktiven Elemente auf. Die Besucher können mit einem Tretboot Energie erzeugen – tritt man fleißig mit genügend Kraft, kann man sogar eine Glühbirne zum Leuchten bringen oder andere Geräte in Gang setzen. Außerdem veranschaulicht eine Hochwassersimulation die verheerende Situation Passaus in den Jahren, wo die Stadt massiv mit Hochwasser zu kämpfen hatte – so wie zum Beispiel 2002 oder 2013.

In den nächsten Räumen ist die Menge an spielerischen Elementen und Informationen sehr ausgewogen. Man wird beispielsweise zum Schiffskapitän und kann die verschiedenen Abschnitte der Donau vom Anfang bis zur Mündung ins Schwarze Meer bereisen. Weiters gibt es auch die Möglichkeit, kleine Insekten unter dem Mikroskop anzuschauen. Schließlich endet die Ausstellung in der Klanghöhle. Dies ist ein Raum, wo man Wasser zur Musik tanzen lassen kann. Dabei bieten sich verschiedene Stücke von der Klassik bis zur heutigen Rockmusik an.

Das Besondere an dieser Erlebnisausstellung ist außerdem, dass man sie – will man mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen – nur mit dem Schiff erreichen kann. Eine passendere und themenbezogenere Fahrt zu einer Ausstellung kann man sich nicht vorstellen – somit ist auch schon die Anreise ein kleiner Teil der Ausstellung selbst.

 
Ausgangswert 10 Punkte
keine Kritik  / keine Abzüge
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10 Punkte

Alles in allem ist das Haus am Strom wirklich sehenswert! Es empfiehlt sich auch für die ganze Familie, da der Spaßfaktor keineswegs zu kurz kommt.

Donnerstag, 26. Juni 2014

Donau-Schifffahrtsmuseum Regensburg


Das Donau-Schiffahrtsmuseum in Regensburg
 


Öffnungszeiten: April - Oktober: Di-So 10-17 Uhr

Eintritt:          Erwachsene                3,-- €
                       
Kinder bis 6 Jahre        frei
                       
Ermäßigt                      2,-- €
                        Familien                       7,-- €
                       
Anschrift: Thundorfer Straße, 93047 Regensburg
                   Liegeplatz: Marc-Aurel-Ufer


Das Schifffahrtsmuseum besteht aus den beiden Schleppern Ruthof und Freudenau. Die Ruthof wurde in den Jahren 1922/23 gebaut und wurde noch mit einer Dampfmaschine angetrieben. Nachdem es 1944 auf einer Mine in Südungarn traf, sank das Schiff und fünf Besatzungsmitglieder kamen bei dem Unglück ums Leben. Erst 1956 wurde das Wrack geborgen und von der ungarischen Reederi Mahart wieder aufgebaut. Der Erwerb des Schiffes zurück von der Reederei nach Regensburg im Jahre 1973 war der Anlass zur Gründung des Schifffahrtsmuseums. 1983 wurde das Museum eröffnet aber erst ein Jahr später der Innenausbau fertiggestellt. Die Freudenau wurde erst 1995 an das Museum übergeben und wird heute noch für kleinere Rundfahrten genutzt. Die Geschichte der Freudenau ist etwas jünger da diese erst  in den 40er Jahren in Betrieb genommen wurde. Diese wurde schon mit Dieselmotor betrieben.

Auf der Ruthof sind fast alle Räume und Gänge für den Besucher zugänglich. Maschinenraum, Küche und Kajüte vermitteln den Besucher einen Eindruck wie der Alltag auf so einem Schiff abgelaufen sein könnte. Allerdings wird der Besucher mit seiner Vorstellungskraft allein gelassen denn Beschreibungen und sonstiges Anschauungsmaterial sucht man vergebens. Daneben gibt es noch Räume in denen die Entwicklung des Schiffsbaus aufgezeigt wird. Man kann kleine Modelle vom einfachen Holzboot bis hin zu großen Frachtdampfern betrachten. Man bekommt aber den Eindruck als hätte sich der Schiffsbau nach Ende der 80er Jahre nicht weiter entwickelt, denn die Ausstellung endet in diesem Zeitraum. Obendrein sah das Museum so aus als hätte seit 10 Jahren keiner mehr den Fuß da rein gesetzt, überall lag dick Staub und Spinnen und andere Kleintiere haben sich schon häuslich dort eingerichtet. Um den ganzen die Krone aufzusetzen war die Freudenau nicht zugänglich, da angeblich seit zwei Tagen der Steg zum Boot nicht mehr sicher sei. So lässt sich nicht sagen, ob der zweite Teil des Museums den eher lustlosen Eindruck des ersten Teils aufbessern kann. Der Eintrittspreis wurde auch nicht etwas herabgesetzt, wenn man schon nur die Hälfte betrachten kann.


Ausgangswert 10 Punkte
- 3 Punkte dafür, dass die Freudenau nicht zugänglich war
 - 3 Punkte für Staub und Spinnen
- 2 Punkte für die sehr lieblose Aufmachung
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2 Punkte

Als Fazit lässt sich leider nur sagen, dass man nichts verpasst, wenn man die Zeit in Regensburg anderweitig nutzt als mit einem Besuch der beiden Schiffe, falls man überhaupt beide betreten darf.

Montag, 23. Juni 2014

Besucherzentrum Weltkulturerbe - Regensburg (Kulturtipp)

Das Besucherzentrum Weltkulturerbe in Regensburg
 
 
Öffnungszeiten: Täglich 10 bis 19 Uhr
 
Adresse: Weiße-Lamm-Gasse 1
                93047 Regensburg
 
Preis: Kostenlos
 
Im Besucherzentrum Weltkulturerbe findet man eine Dauerausstellung über Regensburg. Die Ausstellung gibt einem in vereinfachter Form einen Überblick über die Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten der Stadt wieder und wirft Schlaglichter auf die Geschichte. Die Ausstellung geht aber nicht tief ins Detail, das soll man dann natürlich in den Museen in Regensburg nachholen. Als Highlight gibt es einen Globus mit allen UNESCO Welterbestätten weltweit und auch ein Quiz zum Thema UNESCO das viel Spaß machte. Im Besucherzentrum bekommt man jede Menge Tipps was es Sehenswertes in Regensburg gibt. Der Eintritt ist kostenlos. Empfehlenswert um in die Stadt Regensburg einzusteigen und sich zurechtzufinden.

Freitag, 20. Juni 2014

Schloss Thurn und Taxis - Regensburg

Schloss Thurn und Taxis (St. Emmeram) in Regensburg

Öffnungszeiten und Eintrittspreise:

Öffnungszeiten 1. April bis 2. November 2014:
Premium-Tour (ca. 90 Minuten): täglich 10.30, 12.30, 14.30, 16.30
Preis: 13,50 € regulär, 11,00 € ermäßigt
Kompakt-Tour (ca. 60 Minuten): täglich 11.30, 13.30, 15.30
Preis: 10,00 € regulär, 8,50 € ermäßigt

Adresse: Emmeramsplatz 5, 93047 Regensburg

Südlich der Altstadt von Regensburg, in der Nähe des Hauptbahnhofes, liegt das Schloss der Fürstenfamilie Thurn und Taxis. Es trägt auch den Namen St. Emmeram als Erinnerung, dass es bis 1810 noch ein Kloster war. Gegründet wurde das Kloster im 7./8. Jahrhundert am Grab des Frankenbischofs Emmeram. 1200 Jahre lang war das Kloster eines der bedeutendsten Klöster im bayrischen Raum. Im Zuge der Säkularisation wurde der Adelsfamilie Thurn und Taxis das Gelände übergeben und sie bauten das Kloster zu ihrer Hauptresidenz um. Noch heute wird das Schloss von der Familie als Wohn- und Verwaltungsgebäude genutzt. Der Familienname Thurn und Taxis hat seinen Ursprung im nördlichen Italien von dem aus Bergamo stammenden Geschlecht der Tasso, dass zu Taxis eingedeutscht wurde. Um in den Hochadel aufgenommen zu werden, fügte man 1650 noch den Titel von Thurn hinzu, da Geneologen herausgefunden hatten, dass Verbindungen zum Geschlecht der Torriani (eingedeutscht Thurn) bestehen. Einen Großteil ihres Reichtums erwarb die Familie aus dem Postwesen, welches von Franz von Tassis begründet wurde. Nach der Gründung des Deutschen Bundes richtete die Familie mehrere private Postunternehmen ein mit Hauptsitz in Frankfurt am Main. Nach dem Sieg der Preußen im Deutschen Krieg 1867 mussten Thurn und Taxis gegen eine Entschädigung das Postwesen dem preußischen Staat überlassen. Durch das Postwesen gewann die Familie so viel Einfluss und Reichtum, dass sie von 1748 bis 1806 den Vertreter den Kaisers beim Reichstag zu Regensburg stellten, so lange wie kein anderes Fürstengeschlecht.

Führung Kompakttour:

Der Rundgang durch das Schloss beginnt im Hof, wo man gleich eingeladen wird in der Adventszeit, den dort stattfindenden Weihnachtsmarkt zu besuchen. Noch bevor man einen Fuß in das Schloss gesetzt hat, erfolgt die freundliche Aufforderung nur auf den roten Teppich zu gehen, damit sich der kostbare Boden nicht abnutzt. Dies gestaltet sich mitunter schwierig, da es an manchen Stellen einfach zu eng ist. Im Treppenhaus des Schlossen wird man von einem "Kunstwerk" eines brasilianischen Künstlers begrüßt, welches den Sonnenuntergang vor dem Kilimandscharo darstellen soll, aber aussieht wie die übergroße Plastik eines Spiegeleis. Es trägt nicht gerade zur Verschönung des prächtigen, aus verschiedenen Marmorsorten gefertigten Treppenhauses bei. Über das Treppenhaus geht es in die zweite Etage wo man den Speisesaal, Thronsaal, Wintergarten, Ballsaal, blaues und rosanes Zimmer bewundern kann. Danach geht es über die Waffenkammer wieder in den Hof - vorausgesetzt die Reiseleiterin findet den passenden Schlüssel. Hier wäre es ratsam die Schlüssel zu beschriften eh jeder einzelne Schlüssel (und es waren nicht wenige) ausprobiert werden muss. Normalerweise schließt sich dann noch eine Führung durch Kreuzgang und Dom an, was aber an diesem Tag aufgrund einer privaten Feier nicht möglich war. Das Innere des Schlosses ist größtenteils im Stile des Barock und Rokkoko gestaltet, was sich an vielen verspielten Schnitzereien und Malereien zeigt. Besonders eindrucksvoll, sind die in mühseliger Handarbeit gefertigten Wandteppiche, die die Geschichte (etwas beschönigt) der Familie von Thurn und Taxis erzählen.
Während der Führung wird immer wieder darauf hingewiesen, dass das Schloss noch heute bewohnt und die Räumlichkeiten für Festivitäten genutzt werden. Eigentlich schwer vorstellbar, da das Schloss im Stil des 19. Jahrhunderts erhalten wurde und den Eindruck erweckt als wäre die Zeit hier stehen geblieben. Lediglich ein Kühlschrank im Wintergarten ist ein Zeichen der Moderne.

Ausgangswert 10 Punkte
- 1 Punkt Fotografieverbot
- 1 Punkt für den roten Teppich
- 0,5 Punkte für die Reiseleiterin
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7,5 Punkte
 
Der Eintrittspreis geht für eine 60minütige Führung schon in Ordnung. Auch wenn die Reiseleiterin sehr nervös war (wahrscheinlich macht sie das noch nicht so lange) und einige Versprecher in ihrer Führung einbaute, konnte sie dennoch viel Wissen und Anekdoten über die Geschichte des Klosters, Schlosses und der Familie rüberbringen. Während die Versprecher der Führung einen erhöhten Unterhaltungswert gaben, muss man aber das Unwissen der Leiterin an manchen Stellen negativ auslegen. Natürlich muss man nicht jedes Porträt im Schloss kennen aber über die man spricht, sollten schon bekannt sein. Auch über die Herkunft des Familiennamen sollte man nicht fünf Minuten nachdenken müssen. Jedoch muss man ihr zu Gute halten, dass sie am Ende trotzdem die richtigen Informationen liefern konnte, wenn man davon absieht, dass sie nicht weiß, dass das Familienoberhaupt Fürst Albert II noch immer Rennfahrer ist.

Mittwoch, 18. Juni 2014

Agneskloster - Prag

Das Agneskloster in Prag
 

Öffnungszeiten: Montag geschlossen. Dienstag - Sonntag  / 10 - 18 Uhr

Preise: Erwachsene 150 Kronen (ca. 5,70 €)
             ermäßigt 80 Kronen (ca. 3 €)

Adresse: U Milosrdnych 17, Old Town Praha
 
Das Agneskloster ist eine ehemalige Klosteranlage aus dem 13. Jahrhundert. Es wurde nach seiner Gründerin, Prinzessin Agnes von Böhmen benannt, die 1235 bis 1237 als Äbtissin vorstand. Das Kulturdenkmal zählt zu den bedeutendsten Werker frühgotischer Baukunst in Prag und war das erste franziskanische Doppelkloster nördlich der Alpen. Im Inneren ist heute eine Dauerausstellung der Nationalgalerie zur mittelalterlichen sakralen Kunst (1200 - 1500) in Böhmen und Zentraleuropa untergebracht.
 
Die Dauerausstellung zeigt mittelalterliche Kunst in Mitteleuropa. Das älteste Sammlungsstück ist eine spätromanische Marienstatue aus Mähren. Der größte Teil der gotischen Skulpturen, Altäre und Tafelbilder stammt aus tschechischen Kirchen. In den ersten Räumen sind verschiedene geschnitzte Madonnen ausgestellt, die aus dem 12. und 13. Jahrhundert stammen. Ein eigener Saal zeigt den um 1330 bis 1350 entstandenen Tafelgemäldezyklus des Meister von Hohenfurth. Des Weiteren sind die erhaltenen Teile eines Flügelaltars, mit dem Hauptwerk Madonna von Rudnice, aus dem Jahr 1380 zu sehen. Die Büste des heiligen Adalbert und Gemälde von Lucas Cranach dem Älteren bilden den Abschluss der Ausstellung.

Die sakrale Kunst ist eindeutig die Kunst, die mich am wenigsten interessiert. Trotzdem schaffte es das Museum mit einer modern gestalteten Ausstellung dieses Thema sehr interessant zu machen. Es gibt auch keine große Absperrungen, sondern man steht direkt vor den Kunstwerken. Absolut empfehlenswert. Fotografieren ohne Blitz ist erlaubt. Einen Kritikpunkt konnten wir nicht finden.

Ausgangswert 10 Punkte
- 0 Punkte Abzug / keine Kritik
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10 Punkte
 
Auch wer sich nicht unbedingt für mittelalterliche Kunst interessiert, ist in diesem Museum doch sehr gut aufgehoben. Unbedingt anschauen!



 
 

Montag, 16. Juni 2014

Aussichtsturm Petrin - Prag

Der Aussichtsturm Petrin in Prag
 
 
 
Öffnungszeiten:  Januar, Februar, November, Dezember - täglich 10 - 18 Uhr
                             März, Oktober - täglich 10 - 20 Uhr
                             April - September - täglich 10 - 22 Uhr

Preise: Erwachsene 120 Kronen (ca. 4,20 €)
             ermäßigt 65 Kronen (ca. 2,30 €)

Adresse: Petrinske sady, Praha 1
 
 
Der Aussichtsturm befindet sich auf dem 318 Meter hohen Petrin-Hügel in Prag. Der 63,5 Meter hohe Turm wurde zur Industrieausstellung am 20. August 1891 als verkleinerter Nachbau des Eiffelturms eröffnet. Der Turm ist durch einen rund 45-minütigen Aufstieg oder in rund 10 Minuten mit der Petrin-Standseilbahn erreichbar. Um die oberste Aussichtsplattform zu erreichen, muss man 299 Stufen auf einer Wendeltreppe bewältigen. Was wirklich super ist, ist das die Wendeltreppe in Form einer Doppelhelix erbaut wurde (eine Treppe für den Aufstieg und eine Treppe für den Abstieg). Lustig ist auch das die Tschechen oftmals behaupten, dass die Aussichtsplattform in derselben Höhe wie die des Eiffelturmes ist. Sie rechnen die 63 Meter + 318 Meter des Petrin Hügels und schon ist man fast auf der selben Höhe. Trotzdem ist der Ausblick wirklich phänomenal. Bei guten Wetter kann man ganz Mittelböhmen überblicken.
 
Ausgangswert 10 Punkte
- 0 Punkte Abzug / keine Kritik
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10 Punkte
 
Ein Besuch des Aussichtsturm ist sehr empfehlenswert! Unbedingt machen.
 


Donnerstag, 12. Juni 2014

Bayerische Landesausstellung 2014 - Regensburg

Die Bayerische Landesausstellung 2014 mit dem Thema "Ludwig der Bayer - Wir sind Kaiser" in Regensburg
 
 
Öffnungszeiten: Täglich 9 - 18 Uhr
 
Preise: Erwachsene 9,50 €
            ermäßigt 7,50 €

Adresse: Minoritenkirche
                Dachauplatz 2-4
                93051 Regensburg
                
Dauer der Ausstellung: 16. Mai - 2. November 2014
 
Kaiser Ludwig IV. (1294 - 1347) genannt "der Bayer" war über viele Jahrhunderte eine Identifikationsfigur der bayerischen Geschichte. Als erster Wittelsbacher auf dem Kaiserthron, als Förderer der bayerischen Städte und als standhafter Kämpfer gegen päpstliche Machtansprüche. Das eindrucksvollste Zeugnis ist wohl das frühbarocke Grabmal für Ludwig IV. in der Münchner Frauenkirche. Im Gegensatz dazu stehen die Versuche seiner Gegner, das Andenken an ihn zu zerstören. Maßgeblich dafür war die päpstliche Kanzlei die ihm die Herrschaft über das Reich absprechen wollte. Komplett verdunkelt wurde sein Bild dann durch den Gegenkönig und Nachfolger Karl IV.
 
Die Ausstellung findet an drei verschiedenen Orten in Regensburg statt. Der Rundgang führt durch das mittelalterliche Regensburg:
 
St. Ulrich
 
St. Ulrich ist eine der wichtigsten frühgotischen Bauten in Süddeutschland. Die heutige Emporenkirche könnte ein architektonisches Zeugnis für den Verlust der Funktion als herzogliche Hauptstadt und der Stadtfreiheit Regensburgs sein. Hier wird die Ausstellung in das vielfältige Mit- und Gegeneinander der Stadtherren mit Ludwig dem Bayern beleuchtet. Wertvolle Originalobjekte aus Regensburgs Schatzkammern vermitteln einen Eindruck vom Reichtum der Stadt. Außerdem wird ein wirklich toller Film gezeigt, der einen vereinfacht das Mittelalter und den Dombau in Regensburg erklärt.
 
Domkreuzgang
 
Die Ausstattung des Kreuzgangs mit Grabsteinen, Wandbildern und Totenleuchten bildet einen weitgehend originalen Zustand und führt so die mittelalterliche Tradition in die Gegenwart. Der Kirchenbann, den die Päpste mehrfach über Ludwig den Bayern aussprachen bedeutete religiösen Aufruhr und tiefste Verunsicherung. Auf der Suche nach Halt entwickelte sich auch neue, private Andachtsformen. Der bisher für die Öffentlichkeit nicht zugängliche Kreuzgang, in dem die Jenseitsvorstellungen und Frömmigkeitsformen des Mittelalters thematisiert werden bietet einem die Möglichkeit zur Ruhe. Wirklich toll gemacht!
 
Minoritenkirche
 
In der Minoritenkirche wird die politische Geschichte des Kaisers erzählt. Eine Geschichte die in großen Teilen in Umberto Ecos Roman "Der Name der Rose" erzählt wird. Die Geschichte ist in 5 Level eingeteilt.
 
Level 1: Fürst ohne Land - Der Held von Gammelsdorf
 
Rudolf und Ludwig sind Brüder aus der Familie Wittelsbach. Sie regieren zusammen in Oberbayern und in der Rheinpfalz. Ludwig ist der Jüngere. Er will alleine in einem Land herrschen, in Niederbayern gewinnt er immer mehr an Macht. Die Cousins aus der Familie der Habsburger in Österreich wollen das verhindern. Im Jahr 1313 kommt es zum Kampf zwischen den Cousins. Ludwig ist mit einer zahlenmäßig unterlegenen Armee der Sieger. Das Ritterheer aus Österreich wird vernichtend geschlagen.

Level 2: der große Streit
 
Der König im Reich wird von 7 Kurfürsten gewählt. Bei der Wahl im Jahr 1314 werden zwei Könige gewählt. Ludwig aus der Familie der Wittelsbacher und Friedrich der Schöne aus der Familie der Habsburger. Acht Jahre lang streiten sich beide Könige um die Macht. 1322 kommt es zwischen beiden zu einer Schlacht. Ludwig siegt, versöhnt sich aber mit Friedrich. 1330 stirbt Friedrich. Ludwig herrscht von nun ab alleine.
 
Level 3: Papst gegen Kaiser. Avignon gegen Rom
 
Papst Johannes XXII. erkennt Ludwig nicht als König an. 1324 wird Ludwig aus der Kirche ausgeschlossen. Kurz daraufhin bezeichnet Ludwig den Papst als Ketzer. Auch Gelehrte bestreiten das der Papst im Recht ist. Doch Ludwig wird bis zu seinem Lebensende ausgeschlossen bleiben. 1327 lässt er sich in Rom zum Kaiser krönen.
 
Level 4: Wir sind Kaiser
 
Bayern ist das Zentrum von Ludwig. Er sorgt für Frieden und regiert das Recht. Dabei gewinnt er neue Gebiete. Die Wittelsbacher werden immer mächtiger. Die Macht des Papstes spielt dabei keine Rolle.
 
Level 5: Neuer Streit und plötzliches Ende
 
Ludwig bemüht sich um eine Versöhnung mit dem Papst, die aber nie stattfinden wird. Von nun an vergrößert Ludwig die Macht der Wittelsbacher im ganzen Reich. Dies macht den Kurfürsten Angst. 1346 wählen sie einen neuen König. Gewählt wird Karl von Mähren aus der Familie der Luxemburger. Der spätere Kaiser Karl IV. Nun wurde eigentlich neuer Streit anstehen, doch dazu kommt es nicht mehr: Im Oktober 1347 stirbt Ludwig bei einem Jagdausflug.  Er starb ohne Beichte und Vergebung durch einen Priester. Für Ludwigs Feinde war dies ein Beweis das er für immer in der Hölle verdammt ist. Ludwigs Familie musste den neuen König Karl IV. akzeptieren. Die Reichshauptstadt wurde nach Prag verlegt. Somit begann auch der Abstieg von Regensburg. Karl IV. führte die Politik von Ludwig IV. fort, erkannte seinen Vorgänger aber nicht an. Die Macht der Wittelsbacher schwand.
 
Die Ausstellung ist wirklich super gestaltet, leider gibt es wie jedes Jahr ein Fotografierverbot. Außerdem waren uns etwas zu viele "Originalurkunden" ausgestellt. Aber an denen kann man einfach vorbeilaufen. Ansonsten sind die Exponate super ausgewählt wurden. Wirklich die beste Landesausstellung, die wir bisher gesehen haben! Unbedingt anschauen.
 
Ausgangswert 10 Punkte
- 1 Punkt für das Fotografierverbot
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9 Punkte

Dienstag, 10. Juni 2014

Jüdisches Museum - Prag

Das Jüdische Museum in Prag
 
 
 
Öffnungszeiten: Sommerzeit: 9 - 18 Uhr. Außer an Samstagen und jüdischen Feiertagen
                            Winterzeit: 9 - 16:30 Uhr. Außer an Samstagen und jüdischen Feiertagen
 
Preise: Erwachsene 300 Kronen (ca. 12 €)
            ermäßigt 200 Kronen (ca. 8 €)

Adresse: Pinkas-Synagoge
                110 000 Prag
 
Das Jüdische Museum in Prag enthält eine sehr umfangreiche Sammlung synagogaler Gegenstände jüdischer Gemeinden aus Böhmen und Mähren. Eine Besonderheit des Museum ist, dass es auch während dem 2. Weltkriegs durchgehend als "Museum einer untergegangenen Rasse" geöffnet war. Insgesamt wurden vier Ausstellungen organisiert, die fünfte Ausstellung konnte nicht mehr ausgerichtet werden, weil zu viele jüdische Mitarbeiter inhaftiert oder bereits deportiert waren. 1950 wurde das Museum der Stadt Prag angeboten. Eine private Weiterführung war aufgrund der Überalterung der Gläubigen sowie der geringen Mitgliederzahl der jüdischen Gemeinde gar nicht mehr möglich. Mit dem Eintrittsticket unternimmt man einen Rundgang durch das jüdische Viertel in 6. Stationen.
 
1. Maiselsynagoge
 
Erbaut wurde die Maiselsynagoge von 1590 - 1592. Sie ist aktuell wegen Renovierungsarbeiten leider geschlossen.
 
2. Spanische Synagoge
 
Die Spanische Synagoge wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut. Die Synagoge ist mit reichem ornamentalem Schmuck im maurischen Stil ausgestattet. Wegen diesem Baustil wird sie Spanische Synagoge genannt. 1960 - 1982 zeigte die Stadt Prag hier eine Ausstellung über synagogale Textilien. 1994 gelangte die Synagoge wieder in den Privatbesitz der jüdischen Gemeinde. Seit 1998 ist nun eine Ausstellung über die neuere Jüdische Geschichte in Böhmen und Mähren zu sehen. Außerdem gibt es einen Raum mit Silberschätzen der jüdischen Gemeinde.
 
3. Pinkassynagoge
 
Die Pinkassynagoge wurde von 1607 bis 1625 errichtet. 1954 - 1959 wurde die Synagoge in eine Gedenkstätte für den Holocaust umgewandelt. An den Wänden wurden alphabetisch geordnet die Namen von 78.000 Opfer geschrieben. Sehr beeindruckend!
 
4. Alter jüdischer Friedhof
 
Der alte jüdische Friedhof ist eine der bekanntesten jüdischen Friedhöfe in ganz Europa. Er geht auf die erste Hälfte des 15. Jahrhunderts zurück. Trotz seiner relativ kleinen Fläche von nur einem Hektar enthält er über 12.000 Grabsteine und vermutlich die Gebeine von über 100.000 Menschen. Der Friedhof entspricht bis heute seinen mittelalterlichen Ausmaßen. Aus Platzmangel begrub man die Verstorbenen in zwölf Schichten.
 
5. Klausensynagoge
 
Die Klausensynagoge wurde 1694 fertiggestellt. Es handelt sich um die größte Synagoge in Prag. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Innenausstattung der Synagoge zerstört. Seit 1997 wird eine Ausstellung über jüdische Festtage und Traditionen gezeigt.
 
6. Zeremonienhalle
 
Die Zeremonienhalle wurde von 1911 bis 1912 im Stil der Neromanik erbaut. Im Erd- und Obergeschoss ist die Ausstellung "Jüdische Traditionen und Bräuche II" untergebracht. Thema ist unter anderem Krankheiten, Medizin und Tod im jüdischen Ghetto.

Fotografieren ist mit Ausnahme für den jüdischen Friedhof leider verboten. Auch finden wir das die Öffnungszeiten einen Abzug verdient haben (Feiertage + Samstag geschlossen). Ein weiterer Kritikpunkt ist die Übersetzungen der tschechischen Informationstafeln. Teilweise in Englisch, teilweise in Deutsch. Eins haben aber beide Übersetzungen gemeinsam. Es wimmelt nur so von Fehlern. Dies sollte in einem großen Landesmuseum nun wirklich nicht passieren. Ansonsten ist das Jüdische Museum sehr interessant, vor allen, wenn man über den jüdischen Glauben noch nicht allzu viel weiß.
 
Ausgangswert 10 Punkte
- 1 Punkt für das Fotografierverbot
- 1 Punkt für die Öffnungszeiten
- 0,5 Punkte für die Übersetzungen
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7,5 Punkte
 
Das Jüdische Museum ist definitiv einen Besuch wert.
 
 
 


Mittwoch, 4. Juni 2014

Olympiaturm - München

Der Olympiaturm in München
 

Öffnungszeiten: Täglich 9 - 24 Uhr
 
Preise: Erwachsene 7 €
             ermäßigt 5 €

Adresse: Spirdion-Louis-Ring 7
                80809 München
 
Der Olympiaturm ist ein Fernsehturm und eines der vielen Wahrzeichen von München. Nach dem Fernsehturm in Nürnberg ist er das zweithöchste Bauwerk in Bayern. Seine Gesamthöhe beträgt 291,28 Meter. Erbaut wurde er von 1965 - 1968.  Die Aussichtsplattform die auf 185 Meter liegt wird mit einem Besucheraufzug in rund 30 Sekunden erreicht. In der Aussichtsplattform ist das Rockmuseum München untergebracht. Es bezeichnet sich selbst als höchstes Rockmuseum der Welt. Man findet in einer kleinen Ausstellung Musikinstrumente, Poster und Bühnenbekleidungen von Jim Morrison, Freddie Mercury, Pink Floyd und den Rolling Stones. Was allerdings dort das Bühnenkleid von Britney Spears zu suchen hat ist mir immer noch ein Rätsel. Außerdem bietet die Ausstellung eine voll funktionierende Jukebox aus den 1960er Jahren. Der Ausblick von der Besucherplattform des Turmes ist wirklich grandios und ein echtes Highlight. Den Eintrittspreis von 7 € finden wir dabei etwas zu hoch gewählt.
 
Ausgangswert 10 Punkte
- 1 Punkt für den Eintrittspreis
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9 Punkte
 
 
 
 
 
 
 
 

Montag, 2. Juni 2014

Karlsbrücke - Prag (Kulturtipp)

Die Karlsbrücke in Prag
 
Bildquelle: Magnus Manske
 
Die Karlsbrücke wurde im 14. Jahrhundert errichtet. Sie ist die älteste erhaltene Brücke über den Fluss Moldau und eine der ältesten Steinbrücken Europas (aber nicht so alt wie die Regensburger Steinerne Brücke). Sie gilt als Wahrzeichen der Stadt und gehört zu den nationalen Kulturdenkmalen. Über die Brücke hinweg führte der Krönungsweg der böhmischen Könige.
 
Die Länge der Brücke beträgt 516 Meter, die Breite rund 10 Meter. Als Baumaterial wurden Granit, Sandstein und alte Mühlsteine verwendet. Laut einer Überlieferung wurde der Mörtel mit Eiern angereichert, um die Stabilität zu erhöhen. Dies wurde 2008 wissenschaftlich untersucht und widersprüchlich beantwortet. Allerdings konnte die Beimischung von Quark und Wein als "römischer Mörtel" nachgewiesen werden. Erst ab 1870 wurde die Brücke Karlsbrücke genannt. Von schweren Schäden blieb die Karlsbrücke verschont. Bei der Einweihung der Brücke trug diese noch keinerlei Brückenschmuck. Erst nach und nach wurden über den Brückenpfeiler Skulpturen von Heiligen und Patronen aufgestellt. Die berühmteste Skulptur ist die des heiligen Johannes von Nepomuk, der angeblich an dieser Stelle 1393 ertränkt wurde. Es soll übrigens Glück bringen wenn man die Skulptur küsst.