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Dienstag, 11. Februar 2014

Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände - Nürnberg

Das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg
 

Öffnungszeiten: Montag - Freitag 9 - 18 Uhr
                            Samstag - Sonntag 10 - 18 Uhr
 
Preise: Erwachsene 5 €
             ermäßigt 3 €

Adresse: Bayernstraße 110
                90478 Nürnberg
 
Noch heute findet man auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände in Nürnberg gigantische Baureste vom Größenwahn des nationalsozialistischen Regimes. In der Kongresshalle, die der größte erhaltene Monumentalbau der Nazis in Deutschland ist, befindet sich das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände. Die Dauerausstellung "Faszination und Gewalt" befasst sich mit den Ursachen, Zusammenhängen und Folgen der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Das Dokumentationszentrum wurde am 4. November 2001 durch den damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau eröffnet. Der österreichische Architekt Günther Domenig gewann einen Wettbewerb mit seinen Vorschlag, den nördlichen Flügel durch einen begehbaren "Pfahl" aus Glas und Stahl zu durchbohren.
 
Auf rund 1300 Quadratmeter mit dem nationalsozialistischen Regime. Dabei stehen Themen im Vordergrund, die einen direkten Bezug auf Nürnberg aufweisen. (Das Reichsparteitagsgelände, die Geschichte der Reichsparteitage, die Nürnberger Gesetze, die Nürnberger Prozesse sowie der schwierige Umgang mit dem Architekturerbe nach 1945). Am Anfang des Rundgangs bekommt man einen Audioguide, den man aber nur für Filme braucht. Sobald man vor einem Fernseher steht, beginnt der Audioguide automatisch mitzulaufen. Super Idee, funktioniert aber leider nicht immer. Mal ging es bereits im vorherigen Raum los, manchmal erst im nächsten Raum. Die Ausstellung ist sehr modern gestaltet, mit Computeranimationen, Filme und Touchscreens. Was direkt auffällt ist die dunkle und sehr düstere Stimmung in der Ausstellung. Die Räume wirken kalt und nur die Informationstafeln sind beleuchtet. Passt zu dieser Ausstellung mit dem sehr ernsten Thema natürlich perfekt. Vieles in der Ausstellung ist Grundwissen, dennoch war vor allem der Teil zum Reichsparteitagsgelände sehr interessant. Ich möchte euch nun das "Projekt Reichsparteitagsgelände" näher vorstellen:
Auf dem Reichsparteitagsgelände fanden von 1933 bis 1938 die Reichsparteitage der NSDAP statt. Der Gesamtentwurf stammte von Albert Speer. Es umfasste eine Gesamtfläche von über 16,5 Quadratkilometer.
 
Die Luitpoldarena
 
Die Luitpoldarena wurde 1933 erbaut. Die direkte Verbindung zwischen Tribüne und Halle bestand aus einem breiten Granitweg. In dieser Arena fanden während der Reichsparteitage die Aufmärsche der SA und SS mit bis zu 150.000 Teilnehmer statt. Große Teile der Luitpoldarena sind heute noch erhalten.
 
Die Luitpoldhalle
 
Die Luitpoldhalle hatte eine Ausdehnung von 180x50 Meter und Platz für rund 16.000 Menschen. In ihr fand der Parteikongress statt. 1933 - 1936 wurde die größte Orgel Europas in die Halle eingebaut. Die durch einen Bombentreffer stark beschädigte Halle wurde 1950 gesprengt. Das Areal wird heute als Parkplatz genutzt.
 
Die Kongresshalle
 
Die Halle war als Kongresszentrum für die NSDAP mit Platz für 50.000 Menschen geplant. Von der vorgesehenen Höhe von 70 Meter, wurden aber nur 39 Meter erreicht. Der größte Teil der Halle ist aus Ziegelsteinen gemauert. Die Architektur orientierte sich am Kolosseum in Rom. Der Bau blieb aber unvollendet.
 
Das Deutsche Stadion
 
Das Deutsche Stadion ist wohl der bekloppteste Entwurf, den die Welt wahrscheinlich jemals gesehen hat. Der Entwurf von Albert Speer sollte Platz für 410.000 Zuschauer bieten. Nach der Grundsteinlegung am 9. September 1937 begann man mit der Aushebung der Baugrube. Während des Krieges wurden die Arbeiten eingestellt, und die Baugrube lief mit Grundwasser voll. So entstand der Silbersee. Heute wissen wir das der Entwurf nicht funktioniert hätte.
 


Die Gestaltung des Dokumentationszentrums überzeugt in voller Linie. Neben dem Audioguide gibt es nur einen kleineren Kritikpunkt: Bei einer angeschriebenen Öffnungszeit von 18:00 möchte ich nicht um 17:45 aufgefordert werden, die Ausstellung sofort zu verlassen. Ansonsten ist die Ausstellung einen Besuch mehr als wert!
 
Ausgangswert 10 Punkte
- 1 Punkt für den Audioguide
- 0,5 Punkte für die frühere Schließung der Ausstellung
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8,5 Punkte

1 Kommentar:

  1. Also das Kongresszentrum schaut tatsächlich nach dem Kolosseum aus, wenn man sich den See weg und eine weitere Hälfte dazu denkt ^^ von den Bauwerken fühlt man sich irgendwie an solche Pompösprojekte wie die Elbphilharmonie erinnert ;)

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