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Dienstag, 30. April 2013

Burg Schwarzenfels - Sinntal (Kulturtipp)

Sinntal ist eine Gemeinde im Main-Kinzig-Kreis in Osthessen und hat etwas mehr als 9000 Einwohner.
Die Burg Schwarzenfels
 
 
Die Burg Schwarzenfels ist eine Ruine einer Höhenburg. 1280 wurde die Burg erstmals erwähnt. 1333 kam sie durch eine Erbschaft an die Grafschaft Hanau. In Erbauseinandersetzungen wischen Graf Philipp Ludwig II. und seinem Bruder Graf Albrecht wurde Letzterem die Burg Schwarzenfels zugesprochen. Albrecht verlegte seinen Wohnsitz auf die Burg und benannte sich nach ihr "Graf Albrecht von Hanau-Münzenberg Schwarzenfels". Aber bereits in der nächsten Generation mit dem Tod von Johann Ernst von Hanau-Münzenberg-Schwarzenfels starb die Seitenlinie des Hauses Hanaus aus. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg zerstört und aufgegeben. Erst 1786 wurde die Burg unter Landgraf Wilhelm IX. von Hanau wieder unter Verwaltung der Grafschaft Hanau gestellt. Da die Grafschaft aber keine Verwendung für die Burg hatte, ließen sie die Burg weiter verfallen. Erst ab Ende dem 19. Jahrhundert wurde dem Verfall Einhalt geboten. Mittlerweile gehört die Ruine dem Bundesland Hessen.
 
Übrig geblieben sind ansehnliche Mauerreste, der Bergfried, der Uhrturm sowie das Herzstück: Das große renovierte Marstallgebäude, in dem heute eine Jugendherberge untergebracht ist. Die Burg kann man kostenlos besichtigen, und dies ist sehr zu empfehlen.


Donnerstag, 25. April 2013

Lentos - Linz

Das Lentos in Linz

Das Lentos ist ein seit 2003 bestehendes Kunstmuseum in der oberösterreichischen Hauptstadt Linz, welches als Nachfolgebau der "Neuen Galerie Linz" gilt.
 


Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 1018 Uhr
                            Donnerstag 1021 Uhr
                            Montag geschlossen
 
 
Preise: Erwachsene 8€
             Ermäßigt 4,50 - 6€ (je nach Grund der Ermäßigung)
             Kinder bis 7 Jahre - freier Eintritt

Adresse: Ernst-Koref-Promenade 1
                A-4020 Linz


Das Gebäude selbst ist der erste Hinweis auf die Art von Kunst, die in ihm ausgestellt und gesammelt wird - es möchte keine traditionelle Galerie und kein altertümliches Museum sein, sondern eine frische und neue Art von Kunst aus- und darstellen, die Kunst der Moderne. Dabei werden auch umstrittene und provokante Themen aufgegriffen. Alleine von außen schon hebt sich das Lentos von anderen Museen und Galerien hervor: Ein länglicher, quaderförmiger Bau, allerdings mit einer Art Fenster in der unteren Mitte, sodass man ein bisschen das Gefühl hat, man würde tatsächlich aus dem Fenster auf die Donau blicken. Von innen wirkt das Lentos immer noch andersartig, jedoch auf eine weniger spektakuläre Art und Weise.
 
Die Räume sind schlicht gehalten, hoch und wirken - so sie nicht bestrichen wurden - eher nüchtern und teilweise kalt. Damit wird aber auch erreicht, dass der Fokus absolut auf der Kunst liegt. Nachts ist das beleuchtete Gebäude mit den wechselnden Farben ein Highlight im Stadtbild. Durch die Lage an der Donau sowie in unmittelbarer Nähe zum Stadtzentrum ist das Lentos außerdem für jedermann leicht zu erreichen - ein Aspekt der in Linz nicht ganz unwichtig ist, schließlich möchte man Kunst für jedermann zugänglich machen.
 
 
Die aktuellen Ausstellungen
 
Die Ausstellungen wechseln alle 2-3 Monate, wobei meist mehrere Ausstellungen zu einem Zeitpunkt zu besuchen sind. Aktuell gibt es anlässlich des 10-Jahres-Jubiläums eine Sonderausstellung, zusammen mit einer Künstlervorstellung von Jason Dogde und einem Einblick in die beträchtliche Sammlung des Museums, welcher den Titel "Zu schade für die Lade" trägt. Die Ausstellung des Künstlers Jason Dogde ist ein typisches Beispiel moderner Kunst im Lentos. Man könnte meinen, das Motto wäre "Weniger ist mehr". Auf Fans aufwändiger und prunkvoller Kunstwerke wirkt diese Art von Kunst mit Sicherheit befremdlich und manchmal sogar sinnlos. "Das könnte ich auch" - diese Aussage hört man nicht selten, vor allem nicht im Lentos.

Wahllos angeordnete Alltagsgegenstände wie Stifte und Leintücher oder auch nur ein Kissen in der Mitte eines leeren Raumes - das reicht schon, um als Kunstwerk betitelt zu werden. Was allerdings so einfach klingt, kann durchaus ein Werk sein, hinter dem eine große Aussage steckt. Moderne Kunst ist auch gerne Mittel zur Provokation, eine Art, für eine Sache Aufmerksamkeit zu bekommen. Die Kunst von Jason Dodge ist bezeichnend für die Szene, in der er sich begibt. Er möchte die Poesie zwischen Dingen darstellen, in ihrer alltäglichen Einfachheit. In diesem Fall ist dies allerdings nur bedingt gelungen: Die Ausstellung war im Kellergeschoss und beinhaltete 3-4 Exponate, die etwas lieblos hingestellt wirkten, aber nicht, als wollten sie eine Geschichte erzählen. Dies war der Beginn unseres Lentos - Besuches, also ein eher holpriger.
 
Die derzeitige Hauptausstellung "10 Jahre Lentos" ist dann auch das eigentliche Highlight. Eine Kulturreise durch das vergangene Jahrzehnt, eine Art Statement des Lentos. Verschiedene Thematiken, Künstler und Kunstwerke durcheinander gemischt - Skulpturen ebenso wie Werke aus der Fotografie und der Malerei, des Drucks etc. Ein Repertoire an Kunstwerken, wie es würdevoller für das Jubiläum nicht gestaltet werden hätte können.


Ausgangswert: 10 Punkte
- 1 Punkt für die lieblos wirkende Jason-Dogde-Ausstellung
- 1 Punkt für das Fotografierverbot
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8 Punkte

Ein Besuch im Lentos ist überraschend und spannend, zugleich kann es aber auch sein, dass man das Gebäude kopfschüttelnd verlässt, gelangweilt und nicht begreifend, wieso das Team vom Lentos gerade eben die moderne Kunst so in den Vordergrund stellt. Eine Gratwanderung, die es aber wert ist, gesehen zu werden.
 

 

Dienstag, 23. April 2013

Hofgarten - Veitshöchheim (Kulturtipp)

Der Hofgarten in Veitshöchheim
 

Öffnungszeiten: Täglich geöffnet, bis zum Einbruch der Dunkelheit

Wasserspiele: von April - Oktober von 13 bis 17 Uhr zur jeden vollen Stunde

Der Hofgarten vom Schloss Veitshöchheim hat einen eigenen Artikel verdient. Den er ist etwas ganz Besonderes.

Der Hofgarten wurde 1760 von den Würzburger Fürstbischöfen angelegt. Im Hofgarten sind 320 Sandsteinskulpturen, mehrere Brunnen sowie zahlreiche Wasserspiele zu finden. Das Besondere an dem Hofgarten ist, das er im französischen Rokokostil angelegt wurde. Davon gibt es heutzutage nur noch sehr wenige Anlagen, und der Hofgarten in Veitshöchheim zählt weltweit als schönste Rokokoanlage. Des Weiteren findet man im Park künstliche Ruinen, Pavillons, Lauben und einen Wasserturm, sowie eine große Grotte, die nur mit der Grotte im Boboli Garten in Florenz vergleichbar ist. Die Wände der Grotte sind mit Kieseln, Muscheln, Schnecken und bunten Glasflüssen verkleidet.

Im. 19. Jahrhundert entging der Park nur knapp der Zerstörung. Beim Bau der Luwdigs-West-Bahn hatten die Ingenieure als optimale Streckenführung die Allee des Parks ausgemacht. Dort sollten die Gleise verlegt werden. Ludwig I. legte aber Veto ein und verlegte die Streckenführung um den Hofgarten herum. Im Zweiten Weltkrieg nahm der Park starke Kriegsschäden, der direkt gegenüberliegende Bahnhof wurde Ziel eines Bombenangriffes, und einige Bomben landeten leider im Hofgarten. Mehrere Skulpturen, ein Pavillon und eine riesige Kaskade wurden komplett zerstört.

Hier gibt es die Grotte zu sehen: Grotte




Samstag, 20. April 2013

Schloss Veitshöchheim

Veitshöchheim ist eine Gemeinde im Landkreis Würzburg und hat cirka 9900 Einwohner.

Schloss Veitshöchheim


Öffnungszeiten: April - Oktober: 9 - 18 Uhr.
                          Montags geschlossen

                          Führungen stündlich von 10 - 17 Uhr (Dauer: ca. 30 Minuten)

Preise: Schlossführung + Gartenausstellung
             Erwachsene 4,50 €
             ermäßigt 3,50 €
             unter 18 Jahren freier Eintritt

            nur Gartenausstellung
            2 € Erwachsene
            1 € ermäßigt
            unter 18 Jahren freier Eintritt

Adresse: Schloss Veitshöchheim
                Echterstraße 10
                97209 Veitshöchheim

Das Schloss wurde von 1680 - 1682 erbaut. 1753 erfolgte eine Vergrößerung durch Balthasar Neumann. 1808 bis 1814 war das Schloss in den Sommermonaten von Großherzog Ferdinand von Toskana bewohnt. 1814 kam das Schloss in den Besitz der bayerischen Könige, die das Schloss aber nur sehr selten nutzen. Nach dem Ersten Weltkrieg fiel das Schloss in den Besitz des Freistaates Bayern. Seit 1932 wird es als Museum genutzt. Das Schloss überstand beide Weltkriege ohne jeglichen Schaden. 2001 bis 2005 wurde das Schloss sehr aufwendig restauriert. Aus barocker Zeit stammen sämtliche Fußböden, auch große Teile der barocken Innenausstattung sind erhalten. Folgende Räume sind zu besichtigen: ein Speisezimmer, ein Billardzimmer, ein Arbeitszimmer, ein Wohnzimmer und zwei Schlafzimmer. Im Treppenhaus ist eine kleine Kapelle eingerichtet.

Die Führung ist recht kurz, aber sehr interessant gestaltet. Ein Kritikpunkt ist, dass die 30-minütige Führung nur jede Stunde angeboten wird. Wer 10 Minuten zu spät kommt, muss 50 Minuten lang auf die Führung warten. Das Personal war sehr freundlich. Die Ausstellung zum Hofgarten war auch sehr interessant, unter anderem wurde ein eindrucksvolles Modell des Hofgartens in der Blüte seiner Entwicklung gegen Ende des 18. Jahrhunderts gezeigt. Fotografieren ist erlaubt.

Ausgangswert 10 Punkte
- 0,5 Punkte dafür, dass die Führung nur stündlich angeboten wird
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9,5 Punkte

Das Schloss hat zwar nie eine große Rolle gespielt, dafür ist es prächtig erhalten. Unbedingt besuchen!

Das Billardzimmer
Das Modell des Hofgartens
Das Wohnzimmer
Ein Schlafzimmer

Mittwoch, 17. April 2013

Trimburg - Elfershausen (Kulturtipp)

Elfershausen ist eine Marktgemeinde im Landkreis Bad-Kissingen und hat rund 2800 Einwohner.

Die Trimburg
 

Geöffnet: von Mai - Oktober sonntags und feiertags.
 
Die Trimburg ist eine heutige Burgruine. Die gesamte Burg bestand ursprünglich aus drei Anlagen aus drei Epochen. Gozzwin von Trimberg begann 1135 mit dem Bau der Burg. Ende des 12. Jahrhunderts wurde die Burg erweitert. Konrad III. von Trimberg schenkte 1279 die Burg dem Fürstbistum Würzburg und schloss sich einem Kreuzzug an. Sein Sohn Konrad IV. war mit der Großzügigkeit seines Vaters nicht einverstanden und forderte die Burg zurück, dies lehnte das Fürstbistum Würzburg aber ab. Mit dem kinderlosen Konrad VII. starb 1376 das Geschlecht der Trimberg aus. Im Verlauf des Bauernkrieges wurde die Trimburg 1525 komplett zerstört. 1529 wurde die Burg fast völlig neu erbaut. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Trimburg eingenommen und erneut komplett zerstört. Beim Wiederaufbau 1648 gab man den Festungscharakter der Anlage auf und baute schlossähnlicher. 1803 kam die Trimburg in den Besitz des Kurfürstentums Bayern und 1806 an das Königreich Bayern. Die sehr gut erhaltene Burg wurde für 2198 Gulden und 39,5 Kreuzer auf Abbruch verkauft. So verkam die Trimburg zu einer Ruine. Ludwig I. sorgte ab 1833 dafür, das dem weiteren Verfall der Burg einhalt geboten wird und die verbliebenen Reste gesichert werden. Nun entwickelte sich die Trimburg zu einem beliebten Ausflugsziel. 1939 bis 1970 war in der Ruine eine Gaststätte untergebracht. Danach stand die Burg leer und war unbeaufsichtigt wilder Zerstörung ausgesetzt. 1980 erwarb Elfershausen die Trimburg. Nun wurde die Ruine saniert. Der Bergfried wurde wieder begehbar gemacht und die Ruine bekam ein Wetterschutzdach aus Glas.
 
Um Geld für weitere Sanierungsarbeiten zu sammeln, hat sich der Verein Freunde der Trimburg folgendes Konzept ausgedacht: Ab einer Spende von 125 € erhält man auf der Trimburg einen persönlich signierten Baustein: Trimburg Website
 

 
 

 


Sonntag, 14. April 2013

Die Wartburg - Eisenach


Die Wartburg in Eisenach

Die Wartburg
  
Preise (mit Führung): Erwachsene  9€                                       
                                      Schüler und Studenten  5€
                                      Familienkarte  21€
 
Preise (ohne Führung): Erwachsene  5€  (Museumseintritt)                                     
                                        Schüler und Stutenten  3€ (Museumseintritt)

Fotoerlaubnis: 5 €

Parkgebühr: 5 €
                             

Öffnungszeiten:  April bis Oktober: 08:30 - 17:00 Uhr

                             November bis März: 09:00 - 15:30 Uhr


Adresse:  Auf der Wartburg 1
                 99817 Eisenach / Thüringen
 

Die Wartburg ist eine im 11. Jahrhundert gegründete Burg im Bundesland Thüringen, über der Stadt Eisenach. Seit 1999 zählt diese bedeutende Burg zum Weltkulturerbe. Das Besondere an der Wartburg ist zweifelsohne die Vielzahl an berühmten Persönlichkeiten, die diese Burg geprägt haben und deren Geschichte bis heute sicht- und beinahe auch spürbar in der Wartburg zu erkunden ist.
 
Geschichtliches über die Wartburg

Aber bis die Wartburg zu ihrem Weltruf kam, verging einige Zeit.  Der Standort der Wartburg war bei ihrem Erbau 1067 strategisch günstig gewählt; sie wurde auf einer Erhebung erbaut und war Teil der Via Regia, einem unter königlichem Schutz stehenden Straßensystem. Nach ihrer Gründung fand die Wartburg erstmals im Zuge des Sachsenkrieges Erwähnung - die Zeit danach verbrachte sie als Zentrum einer Machtpolitik, geprägt von Landraub und einer überaus geschickten Heiratspolitik des Thüringer Grafengeschlechts. Nach all diesen ereignisreichen Jahren und Jahrhunderten wurde das heute bedeutendste Gebäude der Wartburg erbaut - der Palas, welcher als das besterhaltenste romanische und weltliche Bauwerk nördlich der Alpen gilt. Bei diesem Bau, der zwar durch seine Schlichtheit besticht, wurde zu damaliger Zeit nicht mit Prunk gespart. Sieht man es ihm auch heute nicht an, so war der Palas eine Art Statussymbol - er wurde zum Teil aus Sandstein erbaut, ein Gestein welcher sehr teuer und aufwendig galt und nicht unbedingt für das mitteleuropäische Klima gedacht war.

Der Rundgang
 

Der Palas ist auch jenes Gebäude, mit welchem der Rungang beginnt. Beim Besuch der Wartburg werden alle 20 Minuten Führungen angeboten, die etwa eine Stunde dauern. Danach kann sich noch jeder für sich selbst das Museum anschauen. Beim Betreten des Palas gelangt der Besucher zunächst in den Rittersaal, ein quadratischer Raum mit einer mächtigen Säule in der Mitte des Raumes, die mit Adlermonumenten geprägt ist - ein weiteres Symbol für Macht und Besitz. Beim Übergang ins erste Obergeschoss befindet sich seitlich ein Gang zu den damaligen Toiletten - einfache Plumpsklos, von denen interessanterweise zwei nebeneinander errichtet wurden. Dies hat auch einen triftigen Grund: Um wichtige und brisante Dinge zu besprechen, musste man zwangsläufig einen sehr diskreten Ort dafür erschaffen, der einem Privatsphäre gewährt - so traf man sich dazu nicht selten auf der Toilette. Daher rührt auch der Spruch "ein Geschäft verrichten", der bis heute noch Anwendung findet. Dies ist übrigens nicht das einzige bis heute bekannte Wortspiel. Die Führungsleiterin verstand es sehr gut, auf humorvolle Weise die ein oder andere Anekdote zu erzählen und einem so die Geschichte dieser einzigartigen Burg zu vermitteln.


Die heilige Elisabeth
 
Schließlich gelangt man zu einem weiteren Raum, der in seinem heutigen Aussehen das Leben einer großen Frau würdigt; der Raum der heiligen Elisabeth. Das Leben der Elisabeth von Thüringen sollte kein langes und oftmals sehr hartes sein, dennoch hat sie bis heute ein Andenken zurückgelassen. Sie wurde 1207 als Tochter des ungarischen Königs geboren, schon sehr früh mit einem Sohn des damaligen Landgrafen von Thüringen verlobt und im Alter von 14 Jahren verheiratet. Aus der Ehe zwischen Ludwig und Elisabeth gingen drei Kinder hervor. Generell sagt man, die Ehe wäre eine glückliche gewesen und Ludwig hatte seine Frau sogar bei ihren, für die damalige Zeit umstrittenen karitativen und sozialen Tätigkeiten unterstützt. Jedoch verstarb Ludwig auf einem Kreuzzug und Elisabeth, die nun ihren größten und beinahe einzigen Unterstützer verloren hatte, wurde von der Wartburg vertrieben, da ihre Zuwendung, die sie Kranken und Armen gegenüberbrachte, in ihrer Gesellschaft verpönt war. Im Alter von 24 Jahren verstarb Elisabeth - und wurde posthum für ihre Menschlichkeit heiliggesprochen.

Der Raum der heiligen Elisabeth wurde im 20. Jahrhundert mit unzähligen Mosaiksteinen geschmückt und es wurde so die Geschichte dieser bedeutenden Frau dargestellt. Doch sie ist nur eine von mehreren Persönlichkeiten, von denen die Wartburg geprägt und bekannt wurde.


Martin Luther
 

Ein weiterer Beweis für die Bedeutung der Burg ist sicherlich Martin Luther, der auf der Wartburg Zuflucht fand und hier in einer kleinen, bescheidenen Kammer in kürzester Zeit das Neue Testament vom Griechischen ins Deutsche übersetzte. Zu seiner Geschichte möchte ich hier nicht allzu viel sagen, dazu ist sie zu umfangreich und spielt sich zudem in so vielen anderen Orten ab, die alle eine extra Erwähnung verdienen. Ein wichtiger Hinweis: Der kleine Raum, wo Luther einen Teil der Bibel übersetzte, kann natürlich auch besichtigt werden.


Sängerkrieg auf der Wartburg
 
Weiters erlangte die Wartburg Berühmtheit durch den Sängerwettbewerb der Minnesänger. Die bedeutendsten ihrer Zunft sollen sich demnach auf der Wartburg getroffen haben, um ihre Kunst vorzustellen und ihr Talent zu beweisen. Der "Sängerkrieg auf der Wartburg", eine Schritt für Schritt zusammengeschriebene Sammlung mittelhochdeutscher Sangesgedichte, handelt von diesen Wettbewerben. Die Geschichte vom Sängerkrieg bot aber auch für namhafte Künstler Stoff für ihre Werke. Das Bekannteste ist sicherlich Richard Wagners "Tannhäuser". Dieses Werk wurde auch vom Führungsteam der Wartburg aufgegriffen - beim abschließenden Besichtigen des Sängersaals wird eine Arie von Wagners Werk gespielt; so bekommt man umso mehr ein Gefühl für diese Kunst und fühlt sich beinahe zurückversetzt in längst vergangene Zeiten.  Des Weiteren gibt es noch eine Kapelle zu besichtigen sowie eine kleine Galerie zur heiligen Elisabeth.


Die Besichtigung

Die Führung ist sehr kurzweilig und trotzdem umfassend. Sagen, Geschichten und Anekdoten werden als Aufbereitung zu Fakten und Namen erzählt und so ein lebendiges Bild vom Leben auf der Wartburg vermittelt. Wir haben uns nie gelangweilt oder wurden von einer Anreihung von Jahreszahlen überfordert - ganz im Gegenteil. Die Randdaten wurden zweitrangig behandelt, die Persönlichkeiten an sich in den Vordergrund geschoben. Durch die lebendige Erzählweise und der Tatsache, dass die Geschichten stets mit einer kleinen, humorvollen Randbemerkung versehen waren, verließ man so gut wie jeden Raum mit einem Schmunzeln und war gleichsam gespannt auf das, was noch kam.
 
Der Preis ist mit 9,00€ für Erwachsene wahrlich kein Schnäppchen, aber trotzdem gerechtfertigt, wenn man sich vor Augen führt, wie geschichtsreich diese Burg ist und dazu noch die Qualität der Führung bedenkt. Das abschließende Museum geht- selbst wenn es die Lutherstube beinhaltet - ein wenig unter und kann nicht ganz mithalten mit dem "ersten Teil", der Führung. Dennoch gibt es Interessantes zu sehen, wie die eben schon angesprochene Stube, in der Luther seine Übersetzung tätigte. Des Weiteren zeugt das Museum von der Zeit, die Johann Wolfgang von Goethe auf der Wartburg verbrachte. Das Einzige, was so ein bisschen fehlt im Museum, ist der rote Faden, der durch die Führung schon so gut aufgebaut wurde. Trotzdem sind die ausgestellten Objekte absolut sehenswert und ein guter Abschluss von der Wartburgbesichtigung. Fotografieren darf man, aber nur mit einer Fotogenehmigung, die für 5 € zu erwerben ist.

Ausgangswert 10 Punkte
- 0,5 Punkte dafür, dass das Museum etwas untergeht.
- 0,5 Punkte für die Fotogebühr
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9 Punkte
 
Die Wartburg ist ein Weltkulturerbe! Es muss eigentlich nicht viel mehr gesagt werden, um die Bedeutung dieser Burg auszudrücken. Die vielen Epochen und Persönlichkeiten, die mit ihrem Dasein die Burg zu dem gemacht haben, was sie heute ist und die großartige Führung lassen eigentlich nur einen Entschluss zu: Unbedingt hinfahren, anschauen, erleben und staunen!

Der Raum der heiligen Elisabeth
 
Der Sängersaal
 
 

Freitag, 12. April 2013

Gewinnspiel - Freikarten für das Haus der Natur Salzburg

Gewinnspiel
 
 

Zu Gewinnen gibt es je eine Erwachsenen Freikarte für das Haus der Natur in Salzburg. Gesponsert vom Haus der Natur.
 
Mit wie vielen Punkten bewerteten wir das Haus der Natur? Hier findet Ihr die Lösung: Haus der Natur

Einfach die richtige Antwort an die E-Mail gewinnspielkultur@gmail.com senden oder die Facebook Gewinnspiel APP nutzen: Gewinnspiel APP
 
Einsendeschluss: Sonntag, 28. April 2013 20:00. Wenn ihr eine Mail sendet bitte Adresse angeben!

Rechtsweg und Haftung: Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Es besteht kein einklagbarer Anspruch auf die Auszahlung der Gewinne. Die Namen der Gewinner werden veröffentlicht, die Adresse wird nur zum Zusenden des Gewinns genutzt.

Dienstag, 9. April 2013

Terrakotta Armee Ausstellung - Linz

Die Terrakotta Armee (Ausstellung) - Linz



 Die Terrakotta Armee Ausstellung findet in Linz in der ehemaligen Tabakfabrik statt.

Ausstellungsdauer: 21.03.2013 - 28.07.2013

Öffnungszeiten: Dienstag - Sonntag 10:00 - 18:00 Uhr. Montags geschlossen, außer am Pfingstmontag (19.05)

Preise: Dienstag - Freitag
            Erwachsene 12 €
            Kinder, Schüler 8 €

           Samstag, Sonntag, Feiertage
           Erwachsene 14 €
           Kinder, Schüler 8 €

Adresse: Tabakfabrik Linz
               Gruberstraße 1
               A-4020 Linz

Qin Shi Huang Di wird als erster Kaiser Chinas bezeichnet. Er wurde 259 vor Christus unter den Namen Ying Zheng geboren. Als sein Vater starb, wurde er als 13-jähriger König. Im Alter von 22 wurde er offiziell gekrönt. Nachdem er alle Hindernisse auf dem Weg zum alleinigen Herscher aus dem Weg geräumt hatte, er ließ unter anderem seine Mutter, hohe Politiker und wichtige Generäle ermorden, begann er damit China zu vereinen. 230 - 221 vor Christus führte er die Zerschlagung anderer Staaten planmäßig durch und vereinte China. Darauf ernannte er sich selbst zum "König der Könige - den ersten Kaiser Qin Shi Huang Di". Im Jahr 210 vor Christus verstarb der Kaiser. Er wurde 50 Jahre alt.

Jahrtausende später, im Jahr 1974 beschlossen Bauern im Dorf Xiyang einen neuen Brunnen zu graben. Am fünften Tag stießen sie unerwartet auf einen Schacht aus gebranntem Ton. In vier Meter Tiefe entdeckten sie schließlich einen Rückenpanzer eines Tonkriegers. Bald darauf trafen die ersten Archäologen ein und untersuchten das Gebiet. Kurz darauf waren sich alle einig: Bei diesem Zufallsfund handelt es sich um die größte archäologische Entdeckung des 20. Jahrhunderts. Tausende Tonsoldaten und Pferde, alle einst geschaffen um den großen Kaiser im Jenseits zu beschützen. Man vermutet heute das mindestens 700.000 Arbeiter am Bau beteiligt sein mussten. Die komplette Anlage ist 56.000 Quadratmeter groß. Insgesamt vermutet man rund 7.500 Tonkrieger in der Anlage, die bis heute nur zu einem Viertel freigelegt wurde. Der komplette Grabhügel ist noch unangetastet. Ein großes Problem ist, das die Tonkrieger sobald sie freigelegt werden innerhalb von kürzester Zeit ihre bunte Bemalung verlieren. Chinesische Forscher arbeiten aktuell mit Experten aus Bayern an einem Verfahren, um die Bemalung der Tonkrieger zu schützen. Seit 1987 ist die Terrakotta Armee Weltkulturerbe. Man plant in einigen Jahren das Grab zu öffnen. Bis heute gibt es nur Mutmaßungen, was das Grab enthält. Der Historiker Sima Qian beschrieb in seinem 109 bis 91 vor Christus geschriebenes Werk die Grabhalle folgend:
"An einer hohen Decke seien tausende von Perlen und Edelsteinen befestigt worden, die den Sternenhimmel symbolisieren sollen. Auf dem Boden befinde sich ein Panorama von China, in dem alle Seen und Flüsse aus Quecksilber nachgebildet worden seien. Die Flüsse sollen durch einen Automatismus ständig fließen. In der Mitte der Halle befindet sich laut Sima Qian der Sarg des ersten Kaisers von China. Die Gänge zur Grabhalle seien gesäumt von Tonfiguren, welche vor allem Vögel und andere Tiere darstellten."
Neue Untersuchungen mit Sonar und Computertechniken haben tatsächlich eine sehr hohe Quecksilberkonzentration nachgewiesen. 

Mehr über die Terrakotta Armee: Tonarmee (Wikipedia)

Die Ausstellung beginnt mit der Geschichte von China und dem Kaiser Qin Shi Huang Di. Es werden einige Exponate gezeigt. Unter anderem Porzellan und Waffen. Einiges ist Original anderes ist nachgebildet. Die Geschichte ist sehr gut dargestellt, und das Lesen machte Spaß. Der zweite Teil der Ausstellung zeigt Kleidungsstücke chinesischer Frauen aus der Zeit des Kaisers. Experten, Designer und Modespezialisten rekonstruierten 15 lebensgroße Figuren mit der damaligen Mode aus Stoffresten, welche an der Ausgrabungsstätte gefunden wurden. Außerdem geht die Ausstellung auf das Brennverfahren der Tonkrieger ein. Danach kommt man zum Herzstück der Ausstellung. 150 lebensgroße Terrakotta Figuren und acht Pferde. Die Figuren sind zwar nicht Original, aber nach exakt überliefernden Rezepturen, nur einen Kilometer von der Grabanlage in China gebrannt worden. Jedes Gesicht der Tonarmee ist einmalig. Hier wird eine atemberaubende Licht- und Tonshow eingesetzt. Wirklich supergemacht! Danach kommt man zu einem Modell der Grabanlage. Hier sind rund 1000 kleine Figuren in Schlachtformation zu sehen. Zum Schluss kann man sich noch einen Film über die Tonarmee anschauen, der rund 25 Minuten lang ist und sehr interessant war. Der Rundgang ist perfekt gestaltet und Fotografieren ist erlaubt. Der einzige Negativpunkt ist, dass man samstags, sonntags und feiertags mehr Eintritt bezahlen muss. Der Preis, der auf den ersten Blick recht hoch wirkt, ist völlig gerechtfertigt. Erstens ist die Ausstellung super gestaltet und zweitens ist es sehr aufwendig, die Tonkrieger zu transportieren. Jeder einzelne Krieger muss in eine extra angefertigte Transportbox.

Ausgangspunkte 10 Punkte
- 0,5 Punkte für die 2 € Preiserhöhung samstags, sonntags und feiertags
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9,5 Punkte

Eine Super Ausstellung, die man defintiv mal gesehen haben sollte!


Mittwoch, 3. April 2013

Schloss Saaleck - Hammelburg (Kulturtipp)

Hammelburg ist eine Kleinstadt im unterfränkischen Landkreis Bad Kissingen. Hammelburg hat rund 11.500 Einwohner und wird auch als älteste Weinstadt Frankens bezeichnet.

Schloss Saaleck


Das Schloss Saaleck war eine im Mittelalter entstandene Burg bei Hammelburg. Die Burg wurde wohl im 12. - 13. Jahrhundert gegründet. Aus dieser Zeit ist nur der Bergfried erhalten geblieben, der aber im Dreißigjährigen Krieg rund 6 Meter an Höhe verlor. Nach dem Krieg wurde die Burg als Alterssitz von Salentin von Sintzig ausgebaut. Zu diesem Zeitpunkt war die Burg wohl in einem Ruinenzustand. Große Teile der Burg wurden im Krieg zerstört und die Bevölkerung bediente sich an den Steinen der Ruine. Von 1644 bis 1667 ließ er die Anlage komplett neu bauen. Nur der Bergfried blieb. Damit wurde die ehemalige Burg zum Schloss. 

Im Schloss Saaleck ist ein Hotel mit einem Restaurant untergebracht. Der Bergfried ist frei zugänglich. Bei schönem Wetter hat man einen wunderschönen Ausblick in die Rhön. Dies ist sehr zu empfehlen!