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Montag, 3. Dezember 2012

Verpackungsmuseum - Heidelberg

Das Deutsche Verpackungsmuseum

Öffnungszeiten:  Mittwoch-Freitag: 13-18 Uhr
                             Samstag/Sonntag/Feiertage: 11-18 Uhr
                             Montag/Dienstag (außer feiertags): geschlossen

Preise:  Erwachsene 5 Euro 
             Schüler, 3 Euro

Adresse:  Deutsches Verpackungs-Museum e.V.
                Hauptstraße 22 (Innenhof)
                69117 Heidelberg


Das Deutsche Verpackungsmuseum in Heidelberg ist in Europa einzigartig. Seit 1997 gibt es dieses einmalige Museum zentral in der Universitätsstadt gelegen. Auf den ersten Blick möchte man nicht vermuten, dass diese Dauerausstellung wertvolle und interessante Exponate beherbergt. Vielmehr stellt sich die Frage: „Soll man da wirklich reingehen, um sich Verpackungen alltäglicher Lebens- und Gebrauchsmittel anzusehen?“
Obwohl man natürlich die Skepsis nachvollziehen kann, ist diese Frage unbedingt mit einem „JA“ zu beantworten. Warum?

Hat man das Verpackungsmuseum in der Innenstadt gefunden, stellt man relativ schnell fest, dass es sich hierbei um ein mit viel Leidenschaft geführtes Projekt handelt, dessen Einzigartigkeit bereits beim Betreten auch die größte Skepsis überwindet. Begrüßt wird man zunächst von einem älteren Mann, der auf den ersten Blick wie ein gewöhnlicher Museumsmitarbeiter wirkt, sich dann aber als Experte in Sachen Verpackungsgeschichte und historischer Marketingstrategie entpuppt. Hat man Glück – und der ältere Herr Zeit – kommt man in den Genuss einer Führung, auch wenn man nicht die Führungsgebühr, sondern lediglich den Eintritt gezahlt hat. Lebensmittel und Handelsläden in der Vorkriegszeit – damit beginnt der Rundgang und das erste Staunen lässt auch nicht lange auf sich warten, sehen die Besucher doch originale „Care-Pakete“, die damals in der Nachkriegszeit von den Amerikanern zur Versorgung geschickt wurden.

Es folgen Verpackungen berühmter Marken, beispielsweise der Beiersdorf AG („Nivea“-Creme), Henkel („Persil“ Waschmittel), RitterSport Schokolade, Coca Cola und viele mehr. Dabei ist anzumerken, dass Verpackungen vergangener Jahrzehnte ausnahmslos alle vorhanden sind und man sehr gut die Entwicklung des jeweiligen Produktes verfolgen kann. Sogar ganz exotische Dinge, wie eine Zigarettenverpackung, die nur auf der Titanic erhältlich war, und wovon es heutzutage nur 3 erhaltene Exemplare gibt. Neben Verpackungsmaterial gibt es auch diverse Maschinen, die für die Verpackungsindustrie wesentlich sind, zu sehen. Auch die Maschinenentwicklung ist beeindruckend.

Dieses interessante Repertoire an Verpackungen, Maschinen und Werbeartikeln wird aber erst durch die teilweise persönlich bezogenen Erzählungen des Museumsführer so richtig lebendig und spannend. Sein Wissen über das Museum und seine Exponate ist beeindruckend und so kommt es, dass man in dem eigentlich kleinen Museum gut und gern bis zu zwei Stunden verharrt und den Erzählungen lauscht.

Ein einziger, kleiner Kritikpunkt ist an den Öffnungszeiten zu äußern – Montags und Dienstags geschlossen und auch sonst erst gegen Mittag geöffnet. Dies erklärt sich allerdings damit, dass das Museum sich zu 100 % aus Spenden finanziert, und sich längere Öffnungszeiten von der Personaldecke her nicht leisten kann.

Ausgangswert 10 Punkte
- 0,5 Punkte für die Öffnungszeiten
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9,5 Punkte

Diese Tatsache geht allerdings in der Anerkennung unter, die man diesem Museum und seinem Besitzer / Mitarbeiter zollt. Hoffentlich bleibt es noch lange so gut erhalten. Das Deutsche Verpackungsmuseum, ein Geheimtipp für jedermann! 






1 Kommentar:

  1. Ich wusste nicht, das es so etwas gibt. Wenn ich mal in der Nähe bin, werde ich mir dieses Kleinod jedenfalls vornehmen.

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