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Dienstag, 18. Dezember 2012

Heidelberger Schloss - Teil 1

 Das Heidelberger Schloss


Öffnungszeiten: Täglich geöffnet. Schlosshof, Großes Fass 8.00 – 17.30 Uhr

Preise: Erwachsene 7,00 € (inklusive Bergbahn)
            ermäßigte 4,00 € (inklusive Bergbahn)

Adresse: Schloss Heidelberg
               Schlosshof 1
               69117 Heidelberg

Das Heidelberger Schloss ist eine der berühmtesten Ruinen Deutschlands und das Wahrzeichen der Stadt Heidelberg. Die Schlossruine aus rotem Sandstein erhebt sich 80 Meter über dem Tal am Nordhang des Königstuhls. Das Schloss wurde erstmals 1225 erwähnt. Vom 13. bis zum 18. Jahrhundert erlebte das Schloss als Residenz der Kurfürsten von der Pfalz eine lange Geschichte. Hier befand sich der Sitz eines der einflussreichsten Fürsten des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation. Berühmte Schlossbewohner waren der Kurfürst Ottheinrich, der „Winterkönig“ Friedrich V. und die englische Prinzessin Elisabeth Stuart.

Am 26. August 1622 wurde Heidelberg erstmals von schwedischen Truppen beschossen. Am 16. September fiel die Stadt und wenige Tage darauf das Schloss. Schon im folgenden Jahr versuchten Truppen des Kaisers erneut, das Schloss zurückzuerobern, aber erst im Juli 1635 fiel es wieder in ihre Gewalt, wo es dann bis zum Friedensschluss blieb. Erst am 7. Oktober 1649 zog der neue Herrscher in das zerstörte Stammschloss seiner Familie wieder ein und baute es wieder auf.

Als die Franzosen 1691 und 1692 bis vor die Tore Heidelbergs gelangten, fanden sie die Stadt in einem so guten Verteidigungszustand vor, dass sie unverrichteter Dinge abziehen mussten. Am 18. Mai 1693 standen die Franzosen bereits wieder vor der Stadt und nahmen sie am 22. Mai ein. Allerdings waren sie noch nicht im Besitz des Schlosses und versuchten wohl, mit der Zerstörung der Stadt die Hauptoperationsbasis gegen das Schloss zu schaffen. Am folgenden Tage kapitulierte die Schlossbesatzung. Die Türme und Mauern, die beim letzten Mal der Zerstörung entgangen waren, wurden nun durch Minen gesprengt.

Nachdem der Krieg beendet wurde, brachte das Jahr 1697 endlich etwas Ruhe. Es war geplant, das Schloss abzureißen und die brauchbaren Teile zur Errichtung eines neuen Palastes im Tal zu verwenden. Als sich aber der Durchführung dieses Planes Schwierigkeiten entgegen stellten, wurde das Schloss notdürftig wiederhergestellt. Als am 12. April 1720 die Verlegung der Residenz mit allen Behörden nach Mannheim verkündet wurde, überließ der Kurfürst die alte Hauptstadt ihrem Schicksal und wünschte ihr, dass „Gras auf ihren Straßen wachsen“ solle.

Sein Nachfolger Karl Theodor plante vorübergehend, seinen Wohnsitz wieder ins Heidelberger Schloss zu verlegen und baute große Teile des Schlosses wieder auf. Er nahm davon allerdings wieder Abstand, als am 24. Juni 1764 der Blitz zweimal hintereinander in den Saalbau einschlug und große Teile des Schlosses abbrannten. In den folgenden Jahrzehnten wurden zwar noch notwendige Erneuerungen vorgenommen, aber das Heidelberger Schloss blieb von nun an hauptsächlich eine Ruine. Im Jahr 1777 verlegte Kurfürst Karl Theodor seine Residenz von Mannheim nach München. Damit verlor er das Heidelberger Schloss noch mehr aus den Augen. Die überdachten Räume wurden nun von Handwerksbetrieben genutzt. Im Jahr 1784 wurden gar die Gewölbe im Erdgeschoss des Ottheinrichsbaus eingelegt und das Schloss als Steinbruch verwendet.

Der Retter des Schlosses war der französische Graf Charles de Graimberg. Er kämpfte gegen Pläne der badischen Regierung, für die das Heidelberger Schloss das „alte Gemäuer mit seinen vielfältigen, geschmacklosen, ruinösen Verzierungen“ war, für die Erhaltung der Schlossruinen. Er versah bis 1822 das Amt eines freiwilligen Schlosswächters und wohnte eine Zeit lang im Vorbau des gläsernen Saalbaues, von dem aus er den Schlosshof am besten übersehen konnte. 1890 folgte eine Kommission von Fachleuten aus ganz Deutschland, deren einhellige Überzeugung war, dass eine völlige oder teilweise Wiederherstellung des Schlosses nicht in Betracht komme, dagegen eine Erhaltung des jetzigen Zustandes mit allen Mitteln zu erstreben sei. Nur der Friedrichsbau, dessen Innenräume zwar durch Feuer zerstört worden waren, der aber nie Ruine war, sollte wiederhergestellt werden. Diese Wiederherstellung geschah schließlich in der Zeit von 1897 bis 1900 mit dem enormen Kostenaufwand von 520.000 Mark.

Im 20. Jahrhundert verfielen die US-Amerikaner dem Heidelbergmythos und trugen ihn hinaus in die Welt. So kommt es, dass auch Japaner das Heidelberger Schloss auf ihren Kurzreisen durch Europa zu den wenigen Zwischenstopps zählen.

Die Bewertung erfolgt in späteren Teilen.



1 Kommentar:

  1. Heidelberger Schloss war ich auch bereits :)

    Sehr voll, aber trotzdem sehenswert - kann es nur empfehlen.

    Scheint auch für Hochzeiten beliebt zu sein :D

    Lieben Gruß
    Björn :)

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