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Dienstag, 6. November 2012

Schloss Johannisburg - Aschaffenburg

Schloss Johannisburg

Das Schloss

Öffnungszeiten:    April - September 9-18 Uhr
                               Oktober - März 10-16 Uhr
                               Geschlossen am: 1.1, Faschingsdienstag, 24.12, 25.12, 31.12

Eintrittspreise:    3,50 Erwachsene
                              2,50 ermäßigt
                              Personen unter 18 Jahren erhalten freien Eintritt.

Adresse:   Schloss Johannisburg
                  Schlossplatz 4
                  63739 Aschaffenburg

Über die Baugeschichte der mittelalterlichen Burg, die am gleichen Ort errichtet war, ist nur sehr wenig bekannt. Das Renaissanceschloss wurde 1605 - 1614 von Georg Ridinger erbaut und diente bis 1803 als Nebenresidenz der Mainzer Erzbischöfe. Ridinger ließ die Überreste der alten Burg abreißen, lediglich der große gotische Bergfried wurde als fünfter Turm in den neuen Bau in der Mitte des Nordwestflügels mit einbezogen. So entstand auch der Name "Schloss" Johannis"burg". Nach Plänen seines Hofarchitekten ließ der Kurfürst Friedrich Karl Joseph von Erthal, der 1792 vor anrückenden französischen Truppen aus Mainz nach Aschaffenburg geflohen war, dass Innere des Schlosses gegen Ende des 18.Jahrhunderts klassizistisch umgestalten. Mit Erthal gelangten wertvolle Möbel, über 200 Gemälde, die kurfürstliche Bibliothek, eine Sammlung wertvoller Paramente und eine Kupferstichsammlung nach Aschaffenburg.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss dann im März und April 1945 durch mehrere Bomben und durch Artilleriebeschuss schwer getroffen und brannte fast vollständig aus. Schon bald entstand der Wunsch, das Schloss wieder aufzubauen. Dabei halfen alte Aufzeichnungen aus der Bauzeit. Besonders schwierig gestaltete sich dabei die Wiederherstellung der Turmhauben, die nicht ganz originalgetreu ausfielen. Auch die Zahl der Schlossfenster wurde beim Wiederaufbau erhöht. Die Innenräume wurden nicht restauriert, sondern unter dem Gesichtspunkt der musealen Nutzung neu gestaltet. Die Finanzierung übernahmen die Stadt Aschaffenburg und der Freistaat Bayern. Insgesamt beliefen sich die Kosten auf über 20 Millionen Mark. Im Jahre 1964 wurde das Schloss wiedereröffnet. Die Aussenfassade ist in Teilen noch Original erhalten, hier findet man noch teilweise Einschusslöcher aus dem 2. Weltkrieg.

Im Schloss kann man sich eine Gemäldegalerie mit Werken von Lucas Cranach anschauen, außerdem die Paramentenkammer der Schlosskirche mit Gewändern aus dem ehemaligen Mainzer Domschatz. Oder die mit klassizistischem Mobiliar ausgestatteten fürstlichen Wohnräume und das Städtische Schlossmuseum.

Eine Besonderheit ist die weltweit größte Sammlung von Architekturmodellen aus Kork, die detailgenau die berühmtesten Bauwerke des antiken Rom darstellen. Sie ist dem Hofkonditor Carl May und seinem Sohn Georg zu verdanken, welche sich ab 1792 mit dem Bau der Modelle befassten. Das Kolosseum ist mit 3 Meter Durchmesser auch noch das größte Korkmodell der Welt. Die Modelle sind wirklich sehr beeindruckend. Seit 1972 befindet sich ein Teil der städtischen Sammlungen im Schloss. Hierzu gehören Skulpturen der Schlossbauzeit, Stadtansichten, Zunftgeräte und Möbel. Besondere Attraktionen sind auch die Sammlungen deutscher und ausländischer Keramik. Aber auch moderne Gemälde werden präsentiert.
Im 2. Geschoss befinden sich die kurfürstlichen Wohnräume mit den Originalmöbeln des Erzbischofs Friedrich Karl Joseph von Erthal aus der Zeit um 1800. Der Rundgang ist perfekt gestaltet. Der Eintrittspreis für das, was man alles geboten bekommt, ist sehr billig. Punktabzug gibt es für das wirklich unfreundliche und unkompetente Personal. An der Kasse wurde mir nicht gerade nett weisgemacht, das man nur mit Blitz fotografieren darf, in der Gemäldegalerie spielte der Museumswärter mit seinem Smartphone hinter der Tür irgendwelche Spiele und der Museumswärter in Raum der Korkmodelle toppte alles. Er schlief tief und fest.

Ausgangswert 10 Punkte
- 1 Punkt für das Personal
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9 Punkte

Das Schloss Johannisburg ist ein echtes Highlight und einen Besuch mehr als wert. Vor allem die Korksammlung ist atemberaubend.

Mehr Bilder bei: Kultur? Bewerten!



Das weltweit größte Korkmodell.

Kommentare:

  1. Toller Beitrag!
    Das Museum hab ich im Sommer besucht und die Eindrücke sind recht ähnlich *lach* im Korkraum war es zudem noch brühende Hitze, man konnte es kaum aushalten - war wohl gerade die Klimaanlage defekt - aber ansonsten Top Museum!
    Kann es ebenfalls nur empfehlen!

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  2. wow...also danke erst mal für die tolle beschreibung. wenn wir mal in die gegend kommen, steht das auf jeden fall auf der "muss ich sehn"-liste :)
    schon um zu schaun ob der wächter bei den korken bei uns auch pennt ^^

    lg socke sylvia

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