Translate

Samstag, 4. August 2012

ARS Electronica Center - Linz


Ars Electronica Center 

 
Öffnungszeiten:  Dienstag, Mittwoch, Freitag 9 - 17 Uhr
                             Donnerstag 9 - 21 Uhr
                             Samstag, Sonntag, Feiertage 10 - 18 Uhr

Preise:  Erwachsene 8 € 
              Ermäßigt 6 €

Das Ars Electronica Center (im Folgenden AEC genannt) wurde 1996 in Linz eröffnet – genauer gesagt, in Linz-Urfahr, denn es befindet sich bereits am Urfahr-zugehörigen Donau-Ufer. Anlässlich der Vergabe der Kulturhauptstadt Europas an die Stadt Linz wurde das AEC für etwa 30 Millionen Euro ausgebaut und durch neue Räumlichkeiten erweitert. 

Was ist nun das AEC eigentlich?
Es ist nicht einfach, die Bedeutung des Centers in kurze Worte zu fassen und dabei nichts auszulassen. Vielleicht ist das auch der erste kleine Kritikpunkt, denn im Internet gibt es bei einer ersten Recherche keine faktenreiche Informationen. Das AEC lässt sich mit vielen Schlagwörtern beschreiben – alle passen in den Wandel der Zeit.

Technik, Fortschritt, Wissenschaft, futuristische Visionen – all das ist ein großer Teil der Ausstellungen im AEC. Aufmerksame Leser werden den Plural bemerkt haben – es gibt tatsächlich mehrere Ausstellungen im AEC. Es gibt eine Dauerausstellung, die sich im unteren Geschoss befindet und eine wechselnde Ausstellung, die in den oberen Räumlichkeiten stattfindet. Es würde jedoch kaum zu der Stadt Linz passen, wenn die technisch-wissenschaftlichen Exponate ganz ohne kreativen Touch auskommen müssten, befindet sich doch neben einer großen Kunstuniversität auch das modern ausgerichtete Kunstmuseum, das sogenannte „Lentos“.  Deshalb hat auch die Kunst eine große Bedeutung für das AEC.

Nun zurück zu den Ausstellungen, wobei in dieser Kulturrezension das Hauptaugenmerk auf der Dauerausstellung liegt – die Wechselausstellungen sind schwer nachzuvollziehen, wenn sie nicht mehr zu sehen sind.  Die Dauerausstellung jedenfalls ist hochinteressant. Der Fokus liegt auf dem medizinischen Fortschritt und dessen unglaublichen technischen Möglichkeiten – als Beispiel seien hier hochmoderne Beinprothesen oder Innenohrimplantate (Cochlea-Implantate), die trotz ihrer geringen Größe dem Schwerhörigen die Welt der Akustik wieder eröffnen können, genannt. Das Motto der Ausstellung ist „Berühren ist nicht verboten, sondern ausdrücklich erwünscht“. Obwohl man selbstverständlich als gesunder Mensch nicht fühlen kann, wie jemand empfindet, der durch solch bahnbrechende Entwicklungen profitiert, so versucht die Dauerausstellung im AEC doch, medizinisch-technische Fortschritte greifbar für alle zu machen. Die Besucher haben die Möglichkeit, nur durch Augenbewegungen Texte zu schreiben oder das Prinzip des Röntgens zu verstehen. Es gibt auch Experimente zum Thema „Gentechnik“ und eine Aufklärung der umstrittenen „Datensicherheit“ in sozialen Netzwerken wie Facebook und Co. Ein besonderes Highlight ist auch eine Art Zeitreise, die man mit der Stadt Linz machen kann. Panoramabilder von vor 50 Jahren und mehr – verglichen mit den heutigen – zeigen die Stadtentwicklung und sind nicht nur für Einheimische sehr informativ.

Bei allen Stationen steht jederzeit Personal für Fragen zur Verfügung – unermüdlich wird jedem Besucher jedes Detail erklärt, man fühlt sich also einfach gut aufgehoben im AEC. Die Informationen, die man sich vor dem AEC Besuch aneignen kann, sollten etwas ausführlicher und konkreter sein; damit potenzielle Besucher wissen, was sie erwartet.

Ansonsten ist das AEC eine tolle Möglichkeit, die gegenwärtige Technik zu verstehen, sie spielerisch zu erlernen und auch einen kurzen Blick in die Zukunft zu werfen. 

 Ausgangswert 10 Punkte 
- 1 Punkt für die schlechte Werbung/Information zur Ausstellung
----------------------------------------------------------------------
9 Punkte

Einen Besuch ist das AEC mehr als wert!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen