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Donnerstag, 12. April 2012

Welios - Wels

Das Welios in Wels


 

Erst mal erkläre ich kurz, wo Wels liegt. Wels ist mit 60.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt nach Linz in Oberösterreich.

Nun zur Ausstellung:

Öffnungszeiten:  Dienstag - Mittwoch 09:00 - 14:00 Uhr
                             Donnerstag - Freitag 09:00 - 18:00 Uhr
                             Wochenende oder Feiertags von 10:00 - 18:00 Uhr
                             Geschlossen am 24.12, 31.12, 01.01 und immer montags

Preise:  Erwachsene 11 €
              Ermäßigt 9 €

Das „Welios“ bezeichnet sich selbst als „Science Center“ und ist eine Ausstellung zum Thema erneuerbare Energien, die bis auf wenige Ausnahmen ganzjährig geöffnet und in einem modernen Gebäude in unmittelbarer Nähe des Welser Stadtzentrums beheimatet ist.  Der Name „Welios“ verbindet den Namen der Stadt „Wels“ mit dem des Sonnengottes „Helios“ - dies weist auch schon die Richtung der Ausstellung, ist die Sonnenenergie doch ein wichtiger Aspekt der erneuerbaren Energie.

Die Stadt Wels setzt sich nicht erst seit dem Bau des „Welios“ mit dem hochaktuellen Thema der erneuerbaren Energien auseinander. Schon seit vielen Jahren ist die „Energiesparmesse“ ein wichtiger Fixpunkt im Veranstaltungskalender der Messestadt. Diese Messe findet jährlich im März statt. Dennoch standen sehr viele WelserInnen dem Bau der Erlebnisausstellung zum Thema „Erneuerbare Energien“ skeptisch gegenüber. Das „Welios“ als Sehenswürdigkeit sei nicht wirtschaftlich und würde trotz der aktuellen Thematik auf wenig Interesse und Zuspruch stoßen – so die Meinung unzähliger (auch politisch aktiver) BürgerInnen. Allen Unkenrufen zum Trotz wurde das „Welios“ am 16. April 2011 eröffnet. Die Besucherresonanz war und ist bis heute sehr zurückhaltend, zu Unrecht, wie ich finde. Damit bin ich auch schon bei der Ausstellung selbst angelangt:

Von außen betrachtet besticht das Welios durch seinen modernen Bau, der aber sehr harmonisch wirkt. Erst im Inneren wird einem die Größe der Ausstellung bewusst. Bereits der Eingangsbereich könnte etwas offener und übersichtlicher wirken – das „Welios“ wirkt zunächst wie eine große Halle, die etwas wenig strukturiert scheint. Das Preis ist jedenfalls fair (11€ für eine Erwachsenen-Karte). Allerdings gibt es hier einen negativen Punkt. Eine Jahreskarte kostet 38,50 €. Da fühlt man sich als "normaler Eintrittskartenkaufer" ja fast schon etwas verarscht. Eine sehr seltsame Preispolitik.

Die Ausstellung beginnt mit einem Film, der eine Familie beschreibt, deren Mitglieder verschiedene Rollen und Aspekte der alternativen Energien übernehmen. Dieser kleine Film ist ein sehr kindgerechter und anschaulicher Eintritt in die Welt des „Welios“. Daraufhin kann man verschiedene Stationen in allen möglichen Kategorien ansehen und selber ausprobieren, was auch die Absicht des „Welios“ ist. Es möchte nämlich kein Museum sein, bei dem man einmal durchspaziert und dann wieder rausgeht, sondern vielmehr eine interaktive Teilnahme ermöglichen, bei der man selbstständig spielerisch die Wichtigkeit der Thematik herausfindet. Dies mag sich etwas komplex lesen, ist es aber gar nicht. Dem „Welios“-Team ist es nämlich gelungen, komplexe Vorgänge aus der Welt der Energie leicht verständlich darzustellen. Ob es nun um den Energieverbrauch elektrischer Geräte im Alltag geht, um die Kraft des Wassers oder um die große Bedeutung von Holz als Rohstoff – bei den vielen verschiedenen Stationen kommt niemals Langeweile auf. Der „Aha-Effekt“ ist mehr als einmal gegeben und das Konzept „Learning by Doing“ wird sehr erfolgreich umgesetzt. Natürlich bleiben auch ausreichend Informationen zum jeweiligen Thema nicht auf der Strecke. Das Einzige, was ich mir als Weliosbesucher noch zusätzlich gewünscht habe, ist etwas mehr Struktur und Übersicht. Es ist so viel Raum und Platz gegeben, den könnte man noch effizienter und besser nutzen, um das Problem der Reizüberflutung zu umgehen. Die Stationen gehen fließend ineinander über, sodass manchmal nicht ganz klar ist, was wo aufhört und welche Station wozu gehört. Auch findet man an einigen Stationen immer mal wieder defekte Geräte. Auch mit Hinweisschildern das diese Geräte schon länger defekt sind. Hier sollte es doch eigentlich einen eigenen Reperaturservice geben...

Abschließend bleibt mir zu sagen, dass das „Welios“ tatsächlich geschafft hat, was so viele nicht glauben wollten: nämlich eine Sehenswürdigkeit zu werden, ein fixer Bestandteil im Welser Stadtbild und eine hervorragende Möglichkeit, die erneuerbaren Energien Menschen aus allen Altersgruppen zugänglich zu machen. Die Bezeichnung „Erlebnisausstellung“ trägt das „Welios“ zurecht, denn das ist es wirklich. Ein Erlebnis, für Jung und Alt.

Welios Website :  Welios

Ausgangswert 10 Punkte
-1 Punkt für die merkwürdige Preispolitik
- 0,5 für den Irrgang - statt Rundgang
- 0,5 für defekte Geräte
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8 Punkte

Ich bewerte das Welios in Wels mit 8 von möglichen 10 Punkten. Sollte man sich unbedingt anschauen, wenn man vor Ort ist.

Und schon wieder gibt es etwas neues : Kommentare kann ab sofort jeder ohne Registrierung hinterlassen.

1 Kommentar:

  1. Sollte ich einmal in dieser Gegend sein, werde ich mir das mal genauer anschauen.
    Klasse gemacht die Seite
    gv Kurt

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